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Zwillinge prügeln sich – Vater stürzt schwer

Steißbein hin, Firma futsch!

Die Zwillinge können schon wieder lachen ihr Vater leider nicht!
Die Zwillinge können schon wieder lachen ihr Vater leider nicht!

W. bei Kassel. Er war stolz, sein eigener Herr zu sein. Er hatte gerade sein Haus fertig, vor ein paar Monaten den väterlichen 1-Mann-Betrieb übernommen. Doch diesen 23. Dezember 2000 wird der Steinmetz Knut S. (34) auf ewig verfluchen: Kurz vor Weihnachten fiel der erste Schnee in dem Örtchen am Rand der Kasseler Berge. Endlich Winter, sogar weiße Weihnachten – seine Mädchen freuten sich riesig! Die Zwillinge (10) stürmten aus dem Haus in den kleinen Vorgarten, wollten einen Schneemann bauen.
Der war noch nicht ganz fertig, da juckte es der kleinen Sophie in den Fingern. Sie nahm ihre Zwillingsschwester Miriam unter Schneebeschuss! Das gefiel der gar nicht und sie schlug zurück – und schon tobte ein wilder Kampf im Garten. „Zuerst waren die beiden noch gut gelaunt“, sagt der Vater Knut S. „Aber irgendwann schlug die Stimmung um. Es wurde ein wildes Geschreie und Geschlage. Bei Miriam bluetete schon die Nase.“ Die Mutter, Hausfrau Claudia S. (33), schaute aus dem Küchenfenster, donnerte wütend gegen die Scheibe. Doch die Kampfhähne reagierten nicht. „Da wurde es mir zu bunt, ich wollte raus und die beiden ausei-nander bringen.“ Knut S., nur in Hausschuhen, rannte aus der Küche, durch den Flur, riss die Haustür auf. „Ich wollte wie immer die Haustreppe runter, aber eben schneller als üblich. Sonst tun die Mädels sich noch ernsthaft weh, dachte ich.“

Wer sich aber ernsthaft verletzte, war Knut S.
Schneematsch lag auf den Stufen. Der Familienvater rutschte mit seinen Hausschuhen weg – und krachte mit voller Wucht auf den verlängerten Rücken! „Ich spürte sofort einen rasenden Schmerz, konnte mich kaum rühren.“ Die Zwillinge hörten sofort auf mit der Balgerei, lachten, als sie ihren Vater sahen, wie er da mit schmerzverzerrtem Gesicht im Schnee lag. „Am liebsten hätte ich sie lang übers Knie gelegt“, erzählt Knut S. Doch damit war es vorerst nichts. Knut S. konnte noch nicht einmal mehr stehen – also ab ins Krankenhaus. Diagnose: komplizierter Steißbeinbruch, obendrein noch eine Oberschenkelfraktur! Das bedeutete: monatelang Krankenhaus, Operationen, Reha, vor allem Auftrags- und Verdienstausfälle – ein Riesenverlust an Geld und Zeit. Um so mehr, als Knut S. nicht ausreichend versichert ist. Zu allem Übel kann er nun nicht mehr arbeiten wie früher: Das verletzte Steißbein wird er sein Leben lang nicht mehr voll belasten können. Was soll er tun? Er ist Steinmetz mit Leib und Seele. Knut S. wird seinen Job an den Nagel hängen müssen. Die Banken hängen ihm im Nacken, fordern die Rückzahlung der Kredite. Die Ärzte wollen Geld sehen. Und er hat eine Familie zu ernähren. Knut und Birgit S. sind ratlos. Das Haus, ihren ganzen Stolz, verkaufen? Es gibt wohl keine andere Möglichkeit.

Unglück? Schicksal? Eher ein alltäglicher Fall, denn fast 30 % aller Unfälle ereignen sich noch immer daheim! „Ich hätte einfach aufpassen müssen“, sagt Kurt S., „eine Treppe muss man runtergehen und nicht -springen, vor allem im Winter.“ Den Zwillingen jedenfalls kann er die Schuld nicht geben. Obwohl er oft denkt: „Hätten die beiden nicht …“

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BAUZ Zeitung Seite 7

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