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Mitarbeiter hängt in Förderband fest

Abgeschliffen

Blick auf die Unterseite eines Förderbandes. Ein Mitarbeiter mit grauer Latzhose und weißem Hemd stellt den Unfall nach. Sein Arm liegt oben am Gurt an.
Nachgestellt: In dieser Haltung musste Jonas fünf Minuten ausharren, während der Gurt seinen Arm blutig schliff. 1. Direkter Blick auf die Untergurtrolle.

H./Nordrhein-Westfalen. – „Fünf Minuten im Förderband. Eine gefühlte Ewigkeit“, erinnert sich Jonas L. (41), Mischmeister einer Asphaltmischanlage. „Erst wurde mein Hemd eingezogen. Dann mein Arm. Das Förderband hielt mich unerbittlich fest. So hockte ich unter der Rolle und kam nicht weg.“

Auf zur Sichtkontrolle! Wie immer machte Jonas seinen Rundgang durch die Anlage. An einer Untergurtrolle entdeckte er Anbackungen. Also holte er das Moniereisen, um den Dreck abzuklopfen. „Ich trug ein Hemd mit langen Armen. Die Manschetten waren nicht zugeknöpft“, erinnert sich Jonas. Als er sich der Untergurtrolle näherte, ging alles blitzschnell. Sein Hemd wurde vom laufenden Förderband eingezogen. Eine Sekunde später war dann auch sein Arm dran.

Das Förderband ist immer stärker
Unaufhaltsam drehte sich die Untergurtrolle. Und mit ihm der Gurt. Wie ein schnell laufendes, grobes Schleifpapier. Schicht für Schicht wurden Haut und Gewebe von Jonas’ Arm und Schulter abgeschliffen. Jonas wehrte sich. Versuchte alles, um sich zu befreien. Doch das Förderband war stärker. Unendliche Minuten vergingen, bis endlich Kollege Peer D. (31) kam. Er erkannte die Notlage und schaltete sofort die Anlage ab. Dann half er Jonas, sich aus dem Förderband zu befreien. Und leitete die Rettungskette ein.

„Herr L. hätte das Förderband abschalten und gegen Wiedereinschalten sichern müssen. Erst dann hätte er mit den Reinigungsarbeiten beginnen dürfen“, erläutert die zuständige Sicherheitsfachkraft. „Die Untergurtrolle befand sich in ca. 60 cm Höhe. Diese Gefahrstelle muss selbstverständlich auch mit einer Schutzeinrichtung gesichert werden.“

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