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Arbeit – Sicherheit – Gesundheit

VISION ZERO Förderpreis 2018

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„VISION ZERO. Null Unfälle – gesund arbeiten“ ist die zukunftsweisende Präventionsstrategie der BG RCI. Sie hat zum Ziel, dass niemand bei der Arbeit erkrankt, sich schwer verletzt oder getötet wird. Jeder Einzelne kann seinen Beitrag dazu leisten. So wie die Gewinner des VISION ZERO Förderpreises. Hier einige der ausgezeichneten Beiträge:


Sicherheitstechnik

Bodenständig an- und abschlagen

Blick von einem riesigen Betonteil nach unten. Der Kranhaken, der an der Öse des Betonteils angeschlagen werden soll, liegt in der Montagehilfe. Der Mitarbeiter steht auf dem Boden und hält die Stange.
Mit dem Stangenaufsatz in Form einer Kelle können Kranhaken einfach vom Boden aus aufgenommen werden.
Erfinder Aeilt de Boer hält jeweils eine Stange in beiden Händen. Die linke Stange hat einen Aufsatz in Form einer Kelle, der rechte Aufsatz hat ein rechteckiges Blatt.
Aeilt de Boer mit den beiden Aufsätzen der Montagehilfe.

WEC Turmbau Emden GmbH

Schwere Betonfertigteile werden üblicherweise per Kran transportiert. Die Lasthaken müssen dafür per Hand an den Teilen ein- und ausgehängt werden. Bei großen Betonfertigteilen wird oft von Leitern aus gearbeitet. Hier kann es zu Abstürzen oder Handverletzungen kommen. Mit einer neuen Montagehilfe, die sich Aeilt de Boer und Christian Multhaupt von der WEC Turmbau Emden GmbH ausgedacht haben, lässt sich diese Arbeit vom Boden aus erledigen. Die Montagehilfe besteht aus einer Stange mit zwei Aufsätzen. Der erste Aufsatz ist geformt wie eine Kelle. Mit diesem lassen sich die Kranhaken einfach aufnehmen und in die Ösen der Betonfertigteile drücken. Zum Entfernen der Haken wird der Zweitaufsatz verwendet. Dieser besitzt ein rechteckiges Blatt. Damit lässt sich die Sicherungslasche des Kranhakens ganz einfach öffnen und aus der Öse wieder herausdrücken. Dieses einfache Hilfsmittel macht nicht nur eine gefährliche Arbeit sicherer, sondern bringt auch eine Zeitersparnis mit sich.


Auszubildende

Sicher in der Klemme

Die schwarz-gelbe Vorrichtung auf einem Zinken eines Gabelstaplers. Sie hält ein schweres, rundes Teil am Hubmast fest. Ein roter Hebel dient zur einfachen Fixierung.
Die Vorrichtung auf den Zinken des Gabelstaplers fixiert die Lasten am Hubmast.
Die erfinderischen Auszubildenden und ihr Ausbilder stehen um einen Gabelstapler herum, auf dem die Transportvorrichtung aufgezogen ist.
Ulrich-Gunnar Dietrich, Pascal Kaltwasser, Jonas Schneider, Tom Kunz, Günter Seelbach und Jan-Niklas Klein (v. l. n. r.) haben die Haltevorrichtung für sperrige Teile entwickelt.

Schaefer Kalk GmbH & Co. KG, Hahnstätten

Der Transport von schweren und sperrigen Teilen wie Rohren oder Wellen per Gabelstapler erweist sich oft als schwierig. Die Teile können bei Kurvenfahrten, beim Bremsen oder beim Fahren über Bodenunebenheiten von der Gabel rutschen. Eine effektive Sicherung gab es bisher nicht. Die Auszubildenden der Schaefer Kalk GmbH Ulrich-Gunnar Dietrich, Pascal Kaltwasser, Jonas Schneider, Tom Kunz, Jan-Niklas Klein haben dafür zusammen mit Matthias Schreiner und Günter Seelbach unter Aufsicht des Werkleiters Ingo Stolzheise ein einfaches System ausgetüftelt: eine Haltevorrichtung, die direkt auf die Zinken geschoben wird und die schweren Teile am Hubmast einklemmt. Die Montage ist mit einem geringen Aufwand verbunden und die Vorrichtung passt auf jeden Gabelstapler. Sie hält Teile mit einem Gewicht von bis zu 1.200 kg und einer Länge von 2,50 m sicher fest.


Verkehrssicherheit

Starke Hülle

Die Erfinder stehen im Laderaum eines Lkw. Die vertikal gespannten Stahlbänder sind gleichmäßig an der Plane angebracht und mit Panzertape verklebt.
Heinz-Günter Schwarzkopf, Mario Schmidtchen, Throald Keim und Steven Schunke (v. l. n. r.) hatten die Idee für die vertikal gespannten Stahlbänder in der Plane.

Fabri Planen GmbH & Co. KG, Finnentrop

Schwere Materialien müssen beim Transport im Laderaum von Lkw besonders gut gesichert sein. Doch was ist, wenn Spanngurte reißen oder von der Ladung rutschen? In Kurven kann es zur Schwerpunktverlagerung der Ladung kommen. Das enorme Gewicht wird gegen die Plane gedrückt. Diese könnte platzen, der Lkw umkippen. Die Ladung würde auf die Straße geschleudert werden – eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Heinz-Günter Schwarzkopf, Mario Schmidtchen, Thorald Keim und Steven Schunke von der Fabri Planen GmbH hatten dazu eine starke Idee: eine Verstärkung der Plane durch vertikal gespannte Stahlbänder. Diese werden in regelmäßigen Abständen von oben nach unten über die Innenseiten der Plane gezogen und mit Gurten sowie Klebeband fixiert. Tests des TÜV Nord haben den Nutzen bereits bestätigt. Die verstärkte Plane hält bis zu 27.000 kg aus. Die Ladung bleibt so fest im Laderaum, ein Umkippen des Lkw wird vermieden. Wichtig: Auf die übliche Ladungssicherung darf nicht verzichtet werden!


Organisation

Richtig abschalten

Die Erfinder vor der interaktiven, praxisnahen Übungstafel, die die Schaltung der Maschinen und Anlagen im Betrieb zeigt.
Andreas Kaczmarczyk (l.) und Andreas Schlemmer mit der interaktiven, praxisnahen Übungstafel der Betriebsanlage.

EHL AG, Kruft / Neu-Bamberg / Kindsbach

Wer Anlagen instand hält, wartet und repariert, muss wissen, wie diese sicher abzuschalten sind. Das kann schwierig werden, wenn die Anlage aus mehreren unterschiedlichen Teilen besteht, die miteinander verknüpft sind. Hier können vielfältige Gefahren entstehen, wenn man die Steuerung nicht durchschaut. Um da durchzusteigen, werden in theoretischen Schulungen Schalt- und Steuerungspläne besprochen. Doch die Erfahrung zeigt: Wer zusätzlich etwas praxisnah lernt, verinnerlicht es besser. Aus diesem Grund haben Andreas Kaczmarczyk, Andreas Schlemmer, Sven Schimbold und Michael Egartner von der EHL AG eine interaktive Übungstafel entwickelt, die die komplette Anlagensteuerung im Betrieb zeigt. Mit Hilfe von acht verschiedenen Programmen können Mitarbeiter das Abschalten und Absichern praxisnah üben. Die Tafel ist wie das Bedienfeld einer Anlage aufgebaut, inklusive der typischen Bedienelemente sowie Vorhängeschlösser zum Festsetzen der Schalter. Der Erfolg: Anlagenteile werden bei der EHL AG mittlerweile deutlich schneller und zuverlässiger abgeschaltet.


Präventionskultur

Da ist die Gefahr!

Die drei Erfinder sitzen um einen Tisch herum und schauen auf einen Fernseher an der Wand, der linke Mann zeigt auf den Bildschirm. Vor ihnen steht ein Tisch mit einem Laptop drauf, der mit dem Fernseher verbunden ist.
Fabian Schmitt, Reiner Mößner und Nikolas Götz (v. l. n. r.) bei der Analyse einer Gefahrensituation für das betriebsinterne Training.

Essity Operations Mannheim GmbH

Gefahren bei der Arbeit müssen erkannt werden, damit richtig auf sie reagiert werden kann. Doch was ist, wenn Mitarbeiter die Zustände im Betrieb oder ihr eigenes Verhalten nicht als unsicher ansehen? Das haben sich auch Nikolas Götz, Reiner Mößner und Fabian Schmitt von der Essity Operations Mannheim GmbH gedacht. In dem Unternehmen wird bereits viel für den Arbeitsschutz getan. Zum Beispiel werden Beinahe-Unfälle und unsichere Zustände erfasst und es gibt Sicherheitsrundgänge sowie Gefährdungsanalysen. All diese Maßnahmen wirken nur, wenn die Mitarbeiter Gefahren sehen und erkennen. Um das Bewusstsein möglichst vieler Kollegen zu schärfen und die Aufmerksamkeit zu verbessern, hat das dreiköpfige Team ein spezielles Training entwickelt. Auf einfache Art werden theoretische Inhalte und praktische Übungen zur Gefahrenwahrnehmung und Risikoeinschätzung aus dem Arbeitsalltag verbunden. Die Teilnehmer finden dabei den hohen praktischen Anteil besonders gut.

Kontextspalte

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.