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Förderpreis 2014

Arbeit – Sicherheit – Gesundheit

Jede Veränderung beginnt mit einer Idee, zum Beispiel zu den Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Die BG RCI zeichnete mit dem Förderpreis 2014 die besten dieser Ideen aus. BAUZ stellt die Beiträge und die Preisträger der Branche Baustoffe - Steine - Erden vor.


Förderpreis

Sicherheit ist der Schlüssel

Der Schlüssel ist drin. Eine sichere Arbeit am Prallbrecher ist möglich.
Per aufsteckbarer Kurbel kann der Brecher in jede Position gebracht und arretiert werden.

Kleemann GmbH, Göppingen

Mobile Prallbrecher können in Betrieben einfach und schnell an unterschiedlichen Standorten eingesetzt werden, um Rohstoffe zu zerkleinern. Kommt es dabei zu Verstopfungen oder anderen Störungen, ist Sicherheit beim Entfernen oder Reparieren wichtig. Hier kommt das „Lock & Turn“-System der Firma Kleemann GmbH ins Spiel. Nur mit speziellen Schlüsseln lassen sich Bereiche des Prallbrechers entsperren, an denen gearbeitet werden soll. So können Mitarbeiter Wartungsklappen öffnen oder Bauteile bewegen und austauschen. Sollen die Arbeiten dann an anderer Stelle des Prallbrechers weitergehen, müssen die Schlüssel erst abgezogen und im anderen Bereich eingesteckt werden. Der vorherige Arbeitsbereich ist dann wieder gesperrt und sicher. Zusätzlich kann der Rotor von außen mittels Kurbel per Hand blockiert und in jede beliebige Position gebracht werden. Der Austausch von Schlagleisten sowie die Beseitigung von Verstopfungen ist somit gefahrlos möglich.

Sichere Wartungsarbeiten: Mit dem „Lock & Turn“-System sind Mitarbeiter beim Entfernen von Verstopfungen und Reparieren von Bauteilen geschützt.
Walter Schoch (li.) und Benjamin Kazmaier haben den Preis stellvertretend für die Kleemann GmbH entgegengenommen.

Gemeinsamer BG RCI-Sonderpreis

Knix und Knax – die Ergonomiepuppen

Zeigen, wie es falsch und wie es richtig ist: Preisträger Maik Kaltenbach mit Knix und Knax.

Bayer Bitterfeld GmbH, Bitterfeld-Wolfen

Bücken, Heben, Tragen. Viele Arbeiten können bei falscher Haltung auf Rücken und Gelenke gehen. Maik Kaltenbach von der Bayer Bitterfeld GmbH kam auf die Idee, richtige und falsche Arbeitsweisen mittels zweier Holzpuppen darzustellen. Knix und Knax sind aus Leimholz gefertigt und tragen Schrauben an den Stellen, an denen wir Menschen unsere wichtigsten Gelenke haben. Hüfte, Schulter, Knie – jedes Gelenk lässt sich in verschiedene Positionen bringen. So zeigen der grüne Knix und der rote Knax anschaulich und leicht verständlich, welche Haltung bei welcher Arbeit die jeweils gute bzw. schlechte ist. Monatlich stehen die beiden Puppen an zentralen Stellen im Betrieb, wie Umkleideräumen oder der Kantine, damit möglichst jeder Mitarbeiter an ihnen vorbei geht und sie sieht. Zusätzlich nehmen Knix und Knax jeden Monat eine andere Position ein, ausgewählt aus einem von acht Themengebieten. Dazu gibt es jeden Monat ein Plakat mit „Goldenen Regeln“, die die Ergonomie hinter den Haltungen erklären.


Sonderpreis

Auf dem Boden bleiben

Hochsteigen unnötig: Der Zusatzmittelbehälter kann ab jetzt mit beiden Beinen auf dem Boden befüllt werden.

Wörnitz Transportbeton GmbH & Co. KG, Oettingen

Beton ist ein vielseitiger Baustoff, der von Fahrmischern transportiert wird. Damit der Beton eine bestimmte Eigenschaft annimmt, z. B. verbesserte Fließfähigkeit, müssen ihm Zusatzmittel hinzugegeben werden. Das Zudosieren geschieht oft während der Fahrt zur Baustelle im Fahrmischer. Deshalb muss das Zusatzmittel vor Fahrtbeginn in einen Behälter gefüllt werden, der sich oberhalb der Trommelöffnung am Fahrzeug befindet. Ein Mitarbeiter muss dafür mit dem Kanister in der Hand eine schmale Leiter hochsteigen und oben auf einem kleinen Podest stehen. Der Beschäftigte hat dabei stets nur eine Hand an der Leiter und es besteht Absturzgefahr. Die Mitarbeiter der Wörnitz Transportbeton GmbH & Co. KG haben ein System entwickelt, mit dem die Befüllung auf dem Boden möglich ist. Eine fest installierte Steigleitung führt von unten am Fahrmischer nach oben zum Behälter. An dieser Leitung kann ein Schlauch angeschlossen werden. Eine Pumpe fördert dann das Zusatzmittel in den Dosierbehälter. Ein klares Plus für die Arbeitssicherheit und ein kluges System, das betriebsübergreifend einsetzbar ist.


Gemeinsamer BG RCI-Förderpreis

Ergo-Heber macht‘s leicht und sicher

Es kann so einfach sein: Adolf Schuster, Michael Seitz, Manfred Deininger (v. l. n. r.) und Horst Schönfelder (nicht im Bild) entwickelten den Ergo-Heber.

Hilti GmbH Industriegesellschaft für Befestigungstechnik, Kaufering

Ergonomische Arbeitsmittel müssen nicht immer teuer und aufwendig sein. Das beweist die Hilti GmbH. Im Betrieb werden Holzpaletten für verschiedene Transportvorgänge genutzt. Um die unterschiedlich großen Paletten zu heben, kamen verschiedene Hebevorrichtungen zum Einsatz. Waren diese nicht vorhanden, transportierten die Mitarbeiter die Paletten von Hand. Das war nicht ergonomisch und es bestand Verletzungsgefahr. Abhilfe schafft jetzt der Ergo-Heber. Eine Edelstahlplatte mit zwei Haken auf der einen und zwei Handgriffen auf der anderen Seite. Die leichte Platte lässt sich an den Holzstreben einer Palette einhaken. So kann die Palette einfach per Vakuumheber angehoben und transportiert werden. Der Förderpreis stand in diesem Jahr unter dem Motto der DGUV-Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken“.

Kontextspalte

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.