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MWN Mineralwerke GmbH

5 Jahre unfallfrei!

Bernd Schöfisch ist seit 9 Jahren Werksleiter bei MWN.
Bernd Schöfisch ist seit 9 Jahren Werksleiter bei MWN.

BAUZ zeigt seit 5 Jahren: Unfälle sind keine Zufälle – die meisten lassen sich vermeiden. So sieht das auch Bernd Schöfisch (50), seit der Gründung vor 9 Jahren Werksleiter der MWN Mineralwerke GmbH im brandenburgischen Niemegk: „Schließlich wollen wir alle jeden Tag wieder gesund nach Hause gehen“, sagt der Elektro-Meister. Sein  6-Mann-Betrieb ist nun schon 5 Jahre unfallfrei.

Wie man es schafft, so lange unfallfrei zu sein, dazu hat Bernd Schöfisch einige Tipps: „Das Allerwichtigste sind gut ausgebildete Mitarbeiter mit technischem Verständnis. Wenn das nicht da ist, kann man auch Sicherheitsvorschriften nur schwer vermitteln.“ Letzteres passiert bei MWN regelmäßig und in gut verdaulichen Portionen: Statt einer ausführlichen Belehrung, wie sie einmal pro Jahr vorgeschrieben ist, gibt es alle 1-2 Monate kurze Unterweisungen zu bestimmten Themen. Dabei geht es möglichst praxisorientiert zu: „Meine Mitarbeiter müssen sehen, dass das Thema sie wirklich betrifft. Wir verwenden auch gerne Bilder oder kurze Videos, denn was man einmal gesehen hat, behält man besser als das, was man zwanzigmal gehört hat.“

Die BG als starker Helfer
Hier unterstützt auch die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, indem sie anschauliches Lehrmaterial zur Verfügung stellt und Aktionen wie etwa das Förderbandmodell anbietet. „Das hat bei uns echt Aufsehen erregt, weil viele dachten ‚Wenn ich eingezogen werde, ziehe ich halt einfach die Hand weg’. Aber das geht eben nicht.“ Auch die BAUZ-Zeitung liefert gutes Anschauungsmaterial: „Da gibt es Bilder von Unfällen, die man nie für möglich gehalten hätte.“ Zusätzlich zum fachkompetenten Personal besitzt MWN auch sehr sicher gebaute Anlagen und vorbildliche Schutzvorrichtungen. Natürlich gibt es hier regelmäßige Kontrollen der BG, um in Sachen Sicherheit immer am Ball zu bleiben. „Auch bezüglich neuer Arbeitsschutzbestimmungen sind wir für die Hilfe der BG sehr dankbar. Denn als kleiner Betrieb haben wir keine eigene Abteilung, die sich darum kümmert, so dass es gut ist, wenn neue Bestimmungen von außen an uns herangetragen werden, ohne dass wir da hinterherrennen müssen“, sagt Schöfisch.

Eine Siebmaschine wird abgeschmiert. Auch dabei heißt es: Helm auf und Arbeitskleidung an.
Eine Siebmaschine wird abgeschmiert. Auch dabei heißt es: Helm auf und Arbeitskleidung an.

Persönliche Schutzausrüstung ist das A und O
Viel Wert wird bei MWN auch auf die Arbeitskleidung gelegt: „Wir haben von Anfang an einheitliche Arbeitskleidung eingeführt. So ist sichergestellt, dass alle Knöpfe gut angenäht sind und alles eng anliegt. Niemand kommt mit privater Kleidung daher, wo dann doch schon mal ein Ärmel etwas locker ist oder der Pullover schlabbert. So etwas birgt ja immer die Gefahr, in Maschinenteile zu geraten und eingezogen zu werden“, sagt Bernd Schöfisch. Außerdem besteht bei MWN eine grundsätzliche Helmpflicht für alle. „Im Betrieb treten starke Vibrationen auf, da kann sich leicht mal irgendwo eine Schraube lösen. Wenn die dann etwa von unserem über 40 Meter hohen Turm jemandem auf den Kopf fällt, wird’s ohne Helm echt lebensgefährlich.“ Bernd Schöfisch und seine Mitarbeiter wissen aus eigener Erfahrung, wie wichtig so ein Helm ist: „Beim Aufbau des Betriebes ist einem Kollegen aus großer Höhe ein Winkeleisen auf den Kopf gefallen. Es hat wie ein Geschoss den Helm durchschlagen und der Kollege ist erstmal neben uns zusammengesackt. Dank des Helmes ist ihm aber zum Glück doch nichts passiert. Solche Erlebnisse prägen sich ein.“

Die MWN Mineralwerke GmbH in Niemegk
Die MWN Mineralwerke GmbH in Niemegk

Ohne Engagement geht gar nichts
Hier wie auch in anderen Arbeitsbereichen ist die Selbstdisziplin der Mitarbeiter gefragt: „Jeder muss im Kopf haben, dass er selbst für seine Sicherheit und die der Kollegen mitverantwortlich ist“, erklärt Schöfisch. „Wir gehen mit offenen Augen durch den Betrieb und wenn etwas nicht in Ordnung ist, wird es gemeldet und so schnell wie möglich behoben. Wenn jemand ein Werkzeug benutzt, legt er es anschließend wieder an seinen Platz“ usw. Hier spielt natürlich auch die Motivation eine wichtige Rolle: „Wir legen viel Wert auf Zusammenhalt unter den Kollegen, nehmen zum Beispiel die Mahlzeiten zusammen ein und nutzen diese Zusammentreffen, um über Probleme oder Sicherheitsthemen zu sprechen. So gibt es weniger Konflikte und wir arbeiten besser zusammen. Alle kennen sich persönlich und jeder ist für die Gesundheit des anderen direkt mit zuständig.“

Weitere Tipps von Bernd Schöfisch:

  • Keine Hektik
  • Vernünftiges Werkzeug, das den aktuellen Sicherheitsstandards entspricht
  • Klare Aufgabenverteilung – jeder muss wissen, was er zu tun hat
  • Abwechslung im Arbeitsalltag, um „Betriebsblindheit“ zu vermeiden
  • Ordnung und Sauberkeit
  • Vernünftige Lagerhaltung, damit nichts unnötig im Weg rumsteht

BAUZ bdankt sich bei Bernd Schö­fisch für das nette Gespräch und wünscht weiterhin einen unfallfreien Arbeitsalltag!

Kontextspalte

BAUZ Zeitung Seite 9

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