Inhalt

Kontrolle eines Schadens bei Dunkelheit

Horror-Sturz ins Ungewisse

Von dieser Bandbrücke stürzte Hermann M. acht Meter in die Tiefe.
Von dieser Bandbrücke stürzte Hermann M. acht Meter in die Tiefe.

T. / Niedersachsen. Es wurde bereits dunkel im Steinbruch, als der 49-jährige Familienvater Hermann M. auf einer Förderbandanlage zum Sprung ansetzte. Doch statt auf dem Laufsteg zu landen, brach er durch das Gitterrost und fiel rückwärts 8 Meter tief. Ein echter Horror-Sturz! „Ich sah erst das Gitterrost fallen und dann wie Hermann auf dem Boden aufschlug”, berichtet Betriebsleiter Frank G. (47).

Wie kam es zu diesem schrecklichen Unfall? Kurz vor Feierabend gab es einen Crash an der Förderbandbrücke. SKW-Fahrer Arnold D. (52) hatte vergessen, die Mulde seines Kippers nach dem Einsatz wieder runterzulassen. So fuhr er mit teilweise aufgestellter Mulde unter der uralten Förderbandbrücke durch – und rammte dabei das Abwurfband! Der Kollege am Vorbrecher reagierte sofort, drückte den Not-Aus.

Hermann M. wollte auch den zweiten Laufsteg überprüfen, indem er über das Förderband kletterte.
Hermann M. wollte auch den zweiten Laufsteg überprüfen, indem er über das Förderband kletterte.

Falscher Ehrgeiz? Ignoranz?

Betriebsleiter Frank G. (47) sah den Stopp des Bandes auf der Steuerungsanlage. Per Funk bekam er die Info vom Crash. Schnell holte er Hermann dazu, der als Werkstattleiter für unvorhergesehene Störungen zuständig ist, um den Schaden zu begutachten.
Es dämmerte mittlerweile. An der Förderbrücke angekommen, stiegen Frank und Hermann auf den Laufsteg neben dem Band. „Ich sah gleich: Das ist schon viel zu dunkel hier“, berichtet Frank G., „und forderte Hermann auf umzukehren.“ Doch Hermann zeigte keine Reaktion – eine klare Missachtung der Anweisung des Chefs. Er war inzwischen oben, kletterte über das Band auf den anderen Laufsteg. Nochmal wies Frank Hermann an runterzukommen. Der hielt kurz inne. „Da dachte ich: Okay, er hat‘s kapiert“, erzählt sein Vorgesetzter. Also drehte ich mich um und stieg abwärts. Plötzlich hörte ich ein lautes Geräusch hinter mir. Erst sah ich das Laufgitter fallen. Dann Hermann”, erzählt Frank G.

Hier brach Hermann M. nach seinem Sprung durch den Laufsteg.
Hier brach Hermann M. nach seinem Sprung durch den Laufsteg.
Nachgestellt: Hermann  stieg auf den Laufsteg neben dem Band.
Nachgestellt: Hermann stieg auf den Laufsteg neben dem Band.

Sein Leben für immer zerstört?

Beim Kipper-Crash hatte sich die Bandbrücke verzogen. Die Halteklammern eines der Roste des Laufsteges waren abgesprengt worden. Und dieser Gitterrost lag offensichtlich nur noch locker auf. Hermann kletterte auf das in Hüfthöhe verlaufende Förderband, um an beiden Laufstegen nach dem Rechten zu sehen. Als er keine Beschädigung erkennen konnte, sprang er vom Förderband auf besagtes Gitterrost. Dieses rutschte weg. Und Hermann knallte aus acht Metern Höhe direkt auf den Boden. „Es grenzt an ein Wunder, dass Herr M. diesen Sturz überlebt hat“, so der behandelnde Arzt. „Wenn die Heilung der Brüche weiterhin gut verläuft, hat Herr M. gute Aussichten, wieder in ein normales Leben zurückzukehren.”

Kontextspalte

BAUZ Zeitung Seite 3

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.