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LKW-Absturz an Kippkante

Tödlicher Fehler

Tiefe Reifenspuren zeugen noch von dem tödlichen Absturz.
Tiefe Reifenspuren zeugen noch von dem tödlichen Absturz.

F./Thüringen. „Ich habe meinen besten Freund und Kollegen verloren.“ Bruchmeister Harry D. (57) kann es immer noch nicht fassen. Zwanzig Jahre haben er und Werner J. (49) gemeinsam im Steinbruch gearbeitet.

Am Unfalltag fuhr Werner J. gerade die zweite Tour mit seinem Muldenkipper. Harry D. hatte ihm den hinteren Bereich der Mulde mit einem großen Block und zum Führerhaus hin mit Abraum beladen. Werner J. rollte langsam rückwärts an die Abbruchkante heran, um das Material zu verkippen. „Ich habe nur noch gesehen, wie sich der Muldenkipper aufbäumte, überschlug und dann den Abflug nach unten machte“, berichtet ein Augenzeuge. Was war passiert?

In diesem Wrack hatte Werner J. keine Überlebenschance.
In diesem Wrack hatte Werner J. keine Überlebenschance.

Wie die Unfalluntersuchung zeigte, betätigte Werner J. zwar die hydraulische Kippvorrichtung für die Mulde, vergaß jedoch die Steuerung für das Öffnen der Rückwand. Ein Fehler, der ihn das Leben kostete! Durch das abrutschende Material (immerhin 25 Tonnen Gewicht!) bekam das Fahrzeug bei geschlossener Rückwand einen enormen Impuls auf die Hinterachsen. Das führte zum Überschlag über die Längsachse und dann zum kompletten Absturz. „Laut Betriebs­plan war ein Verkippen über die Kante verboten“, so der Betriebsleiter. „Alle Fahrer waren entsprechend unterwiesen.“ Da kein Anschlag vorhanden war, hätte die Entladestelle 5 m vor der Absturzkante eingerichtet und das entladene Material mit geeigneten Erdbaumaschinen (z. B. Radlader, Raupe oder Bagger) abgeschoben werden müssen. Dies wurde jedoch nicht durchgängig eingehalten.

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BAUZ Zeitung Seite 4

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