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Beim Cola holen seinen Kollegen überfahren

Tödliches Radlader-Drama

An dieser Stelle wurde Jens R. vom Radlader zerquetscht.
An dieser Stelle wurde Jens R. vom Radlader zerquetscht.

K./Baden-Württemberg. Radladerfahrer Hermann F. (33)  kann die grausigen Bilder nicht vergessen. Sein Kollege Jens R. (47) blutüberströmt unter dem rechten Vorderreifen seines Radladers! Aufgrund stark eingeschränkter Sichtverhältnisse kam es zur tödlichen Begegnung.

Hermann F. arbeitet in einem Asphaltmischwerk. Dort ist er für das Auffüllen der Silobunker mit dem Radlader zuständig. Die werden je nach Bedarf mit Zuschlagstoffen befüllt. Bunker und Materialboxen sind durch Stellwände voneinander abgegrenzt. Es ist ein warmer, sonniger  Tag und viel zu tun.

Nachgestellt: Aus dieser Richtung kam der Radlader (hier mit abgesenkter Schaufel) und bog nach links ab
Nachgestellt: Aus dieser Richtung kam der Radlader (hier mit abgesenkter Schaufel) und bog nach links ab
Der Abstand zwischen Unterkante der Schaufel und dem Führerhaus beträgt ca. 4,50 m bis 4,80 m.
Der Abstand zwischen Unterkante der Schaufel und dem Führerhaus beträgt ca. 4,50 m bis 4,80 m.
Blick vom ­Führerhaus des Radladers.
Blick vom ­Führerhaus des Radladers.

Ein kleiner Abstecher zum Büro
Hermann F. hängt sich mit seinem Gerät voll rein. Als zwei Drittel der Arbeit getan sind, entschließt er sich zu einem kleinen Abstecher mit dem Radlader. Im Bürogebäude befindet sich ein Kühlschrank, und dort wartet eine herrlich kalte Cola. Hermann F. macht sich mit angehobener Schaufel auf den Weg.

In dem Bürogebäude arbeitet auch Jens R. Er hat gerade sein Büro verlassen und befindet sich auf dem Weg zur Asphaltmischanlage. Zur gleichen Zeit biegt Hermann F. an der Seitenwand der Sandbox links ab, um zum Bürogebäude zu fahren. In dem Moment läuft Kollege Jens R. auf dem Fahrweg parallel zur Stellwand in Richtung Asphaltmischanlage. Es kommt zur tödlichen Begegnung.

Die Sicht aus der Kabine ist durch den linken Holm deutlich eingeschränkt...
Die Sicht aus der Kabine ist durch den linken Holm deutlich eingeschränkt...
...und so sieht das Ganze von außen aus.
...und so sieht das Ganze von außen aus.
Nachgestellt: Auf dieser Höhe befand sich vermutlich die Schaufel.
Nachgestellt: Auf dieser Höhe befand sich vermutlich die Schaufel.

Kurvenfahrt bei stark eingeschränkter Sicht
„Über die genaue Geschwindigkeit können aufgrund fehlender Bremsspuren keine Aussagen getroffen werden“, so der Unfallbericht. Die Sicht bei der Fahrt um die Kurve war  jedenfalls stark eingeschränkt durch die Stellwände, den linken Holm der Führerkabine und die angehobene Schaufel. „Mein Kollege wurde mit der Unterkante der Radladerschaufel im Brustbereich getroffen“, erläutert ein Mitarbeiter. „Wahrscheinlich wurde er dadurch rückwärts gestoßen, fiel auf den Rücken und wurde schließlich vom rechten Vorderreifen des Radladers überrollt. Der 18-Tonner zerquetschte einfach seinen Brustkorb.“

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BAUZ Zeitung Seite 3

BAUZ kommt.

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