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Tragischer Unfall bei Abbruch einer Halle

Absturz in letzter Minute

Dauerregen brachte Teile dieser Halle zum Einstürzen.
Dauerregen brachte Teile dieser Halle zum Einstürzen.

Berlin. Hermann G. (38) wird nie wieder normal laufen können. Beim Sturz vom Dach einer Halle fiel er 4,50 m in die Tiefe. Mit dem Rücken prallte Hermann G. ungebremst auf Betonboden und Hallenschutt. Dabei zog er sich schwerste Verletzungen an Kopf und Wirbelsäule zu. Das Tragische daran: Zum Zeitpunkt des Unfalles waren die Dacharbeiten beinahe abgeschlossen. Hermann G. hätte nur noch das Dach verlassen müssen.

An dieser Stelle stürzte Hermann in die Tiefe...
An dieser Stelle stürzte Hermann in die Tiefe ...

Wolkenbruchartiger Dauerregen hatte den linken Teil der 85 m langen Halle zum Einsturz gebracht. Der Grund: es fehlten die Entwässerungsrohre in der Wand. Ein Abbruch der Hallenseite wurde notwendig. „Der Betriebsleiter Konrad P. (47) suchte sich seinen zuverlässigsten Mitarbeiter aus: Hermann G. Als gelernter Maurer, verfügte er über die meiste Erfahrung am Bau. Eine spezielle Unterweisung für den Dachabbau erhielt er nicht,“ berichtet der zuständige Technische Aufsichtsbeamte.

..und schlug hier hart mit dem Rücken auf.
.. und schlug hier hart mit dem Rücken auf.

Zuerst entfernte Hermann G. die Pfannenbleche und die Dachpappe. Nach dem Losschrauben wurden immer zwei bis drei Balken mit der Dachschalung durch einen LKW-Kran abgehoben und am Boden zerlegt. Den Kran bediente Konrad P. 40 Meter Dach waren bereits abgebaut, als Hermann G. plötzlich durch die Dachschalung brach. „Unfallursache ist eindeutig das Betreten der Bretter zwischen den Dachbalken,“ so der Technische Aufsichtsbeamte. „Der Betriebsleiter war davon ausgegangen, dass ein Maurer weiß, dass man die Zwischenräume auf dem Dach nicht betreten sollte. Deshalb fehlte eine schriftliche Abbruchanweisung. Dass die 2 cm dicken Bretter brechen könnten, hatte er nicht vorausgesehen.“

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BAUZ Zeitung Seite 8

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