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Defekter Scheinwerfer

Einäugig ins Verderben

Wer einäugig fährt, riskiert sein Leben und das Leben anderer.
Wer einäugig fährt, riskiert sein Leben und das Leben anderer.

U./Hessen. Auf der Landstraße in einem kleinen Waldstück hat es ordentlich gekracht. Die Unfallstelle sieht verheerend aus: Überall Glas- und Plastiksplitter, zwei ramponierte Autos im Straßengraben. Am Fahrbahnrand sitzt der Verwaltungsangestellte Alfred K. (48), umgeben von Sanitätern. „Ich konnte nicht mehr ausweichen“, stammelt er verstört, als der Krankenwagen mit seinem schwer verletzten Unfallgegner davonrast. Seinen gebrochenen Arm spürt Alfred nicht. Er steht unter Schock.

Was war passiert? Alfred K. (48) befand sich auf dem Weg zur Arbeit. Der linke vordere Scheinwerfer an Alfreds Pkw war defekt. Vor ein paar Tagen schon hatte die letzte Glühbirne ihren Geist aufgegeben. Doch Alfred hatte einfach noch keine Zeit gehabt sich um Ersatz zu kümmern.

Hauptsache, das Auto fährt
Mit eingeschränkter Sicht fuhr Alfred los. Zum Glück kannte er die Strecke in- und auswendig.Von fern sah Alfred auf der Gegenfahrbahn ein Auto entgegenkommen. Während er das Autoradio einschaltete und den richtigen Sender einstellte, bahnte sich das Unglück an. Ein morscher Ast tauchte urplötzlich aus dem Dunkeln auf seiner Fahrbahnseite auf. Viel zu spät bemerkte Alfred das Hindernis auf der Straße. Er versuchte noch eine Vollbremsung, verriss verzweifelt das Steuer nach links und krachte direkt in das entgegenkommende Auto. Beide Wagen wurden herumgeschleudert und landeten im Straßengraben.

Fataler Irrtum
Die polizeilichen Ermittlungen ergaben: Durch das fehlende linke Scheinwerferlicht sah Alfred das Hindernis auf der Straße viel zu spät. Der entgegenkommende Fahrer hatte keine Chance zu reagieren. Er wurde bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h durch Alfreds Ausweichmanöver brutal gestoppt. Der Fahrer erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen. Alfred wird seine Fahrlässigkeit in ein paar Wochen vor Gericht verantworten müssen.

Kontextspalte

BAUZ Zeitung Seite 11

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.