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Rechtsabbieger

Die rollende Gefahr

Symbolfoto eines Fahrrads, das unter die Räder geriet. Davor ein Warndreieck zur Absicherung der Unfallstelle. Der Unfall passierte, weil der SUV-Fahrer vor dem Abbiegen seinen Blinker nicht setzte und den Radfahrer im toten Winkel nicht sah.
Symbolfoto: picture alliance/dpa

B./Thüringen. – „Nick war sportlich und gern draußen. Er kam immer mit dem Pedelec zur Arbeit“, berichtet Betonwerker Magnus T. (41). „Bis vor ein paar Wochen. Da hat ihn ein Autofahrer beim Rechtsabbiegen überfahren.“

Betonbauer Nick D. (32) war ein erfahrener Radfahrer. Nicht nur auf der Strecke zur Arbeit und zurück. Auch mit seiner Frau machte er gern größere Touren am Wochenende und im Urlaub. Aber ihm war nie etwas passiert.

Unerwartet abgebogen
Am Unfalltag fuhr Nick auf dem Radweg auf eine Kreuzung zu. Die Ampel stand auf Rot, vier Pkw warteten. Als die Ampel auf Grün sprang, fuhren die Autos an. Nick näherte sich von hinten. Zwei Autos hatten die Kreuzung schon überquert, das dritte beschleunigte geradeaus und das vierte fuhr gerade los. Nick wollte ebenfalls weiter geradeaus fahren und trat kräftig in die Pedale. In dem Moment, als er die Kreuzung überqueren wollte, bog der vierte Autofahrer ohne zu blinken nach rechts ab. Dabei erfasste er Nicks Vorderrad, stieß ihn seitlich um und überfuhr ihn mit seinem zwei Tonnen schweren SUV. Nick wurde dabei tödlich verletzt.

Die Polizei rekonstruierte den Unfall so: „Laut Zeugenaussagen hatte der SUV-Fahrer seinen Blinker nicht gesetzt. Herr D. konnte nicht wissen, dass das Auto rechts abbiegen würde. Außerdem befand er sich im Moment der Überquerung der Kreuzung im toten Winkel. Dieser ist umso größer, je breiter ein Fahrzeug ist und je höher die Unterkante der Heck- und Seitenscheiben liegen. Dies wurde vom SUV-Fahrer unterschätzt. Es ist weiterhin davon auszugehen, dass der Fahrer beim Abbiegen auf den für Radfahrer lebenswichtigen Schulterblick verzichtete.“

Kurz & knapp

  • Auch Autos haben einen toten Winkel. Beim Abbiegen sorgt der Schulterblick für mehr Sicherheit.
  • Beim Rechtsabbiegen gilt besondere Vorsicht: Geradeaus fahrende Radfahrer und gehende Fußgänger haben Vorfahrt! Deshalb doppelt umsichtig und langsam fahren.
  • Radfahrer und Fußgänger sollten sich beim Überqueren von Kreuzungen nie sicher fühlen und immer mit den Fehlern anderer rechnen. Im Zweifelsfall Kreuzung nicht überqueren.
  • Radfahrer sollten mit angepasster Geschwindigkeit fahren, bremsbereit sein und Blickkontakt mit abbiegenden Fahrern suchen.

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BAUZ 32, Seite 6

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