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Risiko überhöhte Geschwindigkeit

Totgeschleudert

So wie auf diesem Symbolfoto eines auf der Seite liegenden Autos hätte der Unfall aussehen können, als das Fahrzeug aus der Kurve geschleudert wurde und sich mehrfach überschlug.
Symbolfoto: iStock.com/cdzika_mrowka

L./Niedersachsen. – „Ich stand früh morgens mit meinem Lkw auf dem Parkplatz kurz vor dem Ortseingang“, erinnert sich Lkw-Fahrer Fabian H. (49). „Da gibt es ’ne lange Rechtskurve. Und genau in die fuhr ein Pkw mit hoher Geschwindigkeit rein. Ich hörte dann nur noch Bremsgeräusche und sah, wie sich das Auto dreimal überschlug und auf der Seite landete.“

Gegen 6:30 Uhr fuhr die junge Auszubildende Lydia S. (18) zur Arbeit. Die angehende Mechatronikerin war stolz darauf, dass sie seit fünf Monaten den Führerschein besaß. Und so genoss sie die morgendliche Fahrt im eigenen Pkw. Ob Lydia sich selbst etwas beweisen wollte oder das Risiko nicht erkannte, bleibt unklar. Kurz vor dem Ortseingang fuhr die Fahranfängerin jedenfalls mit viel zu hohem Tempo in eine lange Rechtskurve ein. In der Kurve muss sie dann wohl ihren Fahrfehler bemerkt haben, zumindest bremste sie stark. Das führte dazu, dass sie im Kurvenauslauf die Kontrolle über ihr Auto verlor. Der Pkw begann zu schleudern und stellte sich quer. Lydia bekam ihr Fahrzeug jedoch nicht mehr unter Kontrolle. Der Pkw kam rechts von der Fahrbahn ab, überschlug sich seitlich dreimal und blieb anschließend auf der Seite liegen. Ersthelfer befreiten die eingeklemmte junge Frau und verständigten Rettungskräfte und Polizei. Die Reanimation der 18-Jährigen blieb leider erfolglos. Lydia hatte sich beim Unfall das Genick gebrochen.

Symbolfoto des Lkw-Fahrers, der den Unfall beobachtet hat.
Lkw-Fahrer Fabian H. wurde Zeuge des Fahrfehlers in der Kurve.
Symbolfoto: ©Bernard Bodo/123RF.com

„Es war kein anderes Fahrzeug am Unfall beteiligt.“

Die Polizei fand bei der Untersuchung des Unfallhergangs eine ca. 30 m lange Schleuderspur in der Kurve. Die Ermittlungen ergaben, dass das Profil der Reifen des Kleinwagens ausreichend tief war. Es konnten keine Auffälligkeiten im Sinne eines technischen Mangels am Fahrzeug festgestellt werden. Ebenfalls war kein anderes Fahrzeug am Unfall beteiligt. Laut Aussage der Ersthelfer war die junge Fahrerin angeschnallt. Diese Ergebnisse und die Zeugenaussage von Lkw-Fahrer Fabian H. lassen nur einen Schluss zu: Die Unfallursache war überhöhte Geschwindigkeit. „Die Auszubildende war Fahranfängerin. Es ist davon auszugehen, dass sie sowohl ihr Fahrkönnen als auch das Risiko von Kurvenfahrten falsch einschätzte“, so das Untersuchungsergebnis.

Kurz & knapp

  • Realistische Selbsteinschätzung des eigenen Könnens entwickeln
  • Risikokompetenz erweitern: Gefahren wahrnehmen und einschätzen können
  • Vorausschauend und mit angepasster Geschwindigkeit fahren: vor Kurven Geschwindigkeit deutlich reduzieren, bremsbereit sein
  • Fahrsicherheitstrainings: wissen, wie man in Gefahrensituationen richtig reagiert, z. B. Abfangen und Stabilisieren eines schleudernden Fahrzeugs

Kontextspalte

BAUZ 32, Seite 5

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