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Lkw überrollt Anlagenfahrer

Mitgeschleift

Dieses Bild zeigt die Fahrstraße zwischen den beiden Hallen, die der Mitarbeiter überqueren musste. Die Grafik verdeutlicht, wo der Mitarbeiter zwischen den Zwillingsreifen eingequetscht wurde.
Grafik: iStock.com/CSA-Archive

B./Baden-Württemberg. – Franko W. (48) wollte nur schnell von der Nachbarhalle zurück an seinen Arbeitsplatz. Dafür musste er eine Straße auf dem Betriebsgelände überqueren. Eine Straße, die von Lkw für die Anlieferung von Rohstoffen mitbenutzt wird. Beim Überqueren kam es zur tödlichen Katastrophe. Franko wurde von einem herannahenden Lkw erfasst und mitgeschleift.

Franko W. war Anlagenführer in einem Betonwerk. Sein Arbeitsplatz lag in der großen Fertigungshalle. Manchmal hatte er auch in der Nachbarhalle zu tun. So wie am Unfalltag. Dann musste er eine besonders gefährliche Fahrstraße zwischen den Hallen überqueren. Wie es genau zu dem Unfall kam, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Ein Lkw, der seine Lieferung gerade abgeladen hatte, wollte vom Betriebsgelände herunterfahren. War Franko gerade abgelenkt, als er aus der Tür kam? Ging er zu nah an dem vorbeirollenden Lkw vorbei? War der Lkw zu schnell oder machte er einen Schlenker zur Seite? Das alles bleibt ungeklärt. In jedem Fall wurde Franko als Fußgänger übersehen.

Eingeklemmt im Zwillingsreifen
Als der Lkw vorbeirollte, wurde Franko vom rechten Vorderrad erfasst und anschließend von den Zwillingsreifen eingezogen. Diese blockierten daraufhin und hinterließen einen Reifenabrieb auf dem Asphalt. Erst nach mehreren Metern Fahrt bemerkte ein Kollege den Eingeklemmten und brachte den Lkw-Fahrer zum Anhalten. Der Fahrer hatte den Unfall nicht bemerkt. Franko verstarb noch an der Unfallstelle.

„Fußgänger müssen auf dem Betriebsgelände immer damit rechnen, nicht gesehen zu werden.“

„Eine Gefährdungsbeurteilung für innerbetrieblichen Verkehr lag nicht vor“, so die zuständige Aufsichtsperson. „Als Sofortmaßnahme wurden alle Mitarbeiter bezüglich des Gefahrenbereichs unterwiesen. Auch bei Vorwärtsfahrten haben Fahrer von Erdbaumaschinen und Lkw oft eine eingeschränkte Sicht. Fußgänger müssen auf dem Betriebsgelände immer damit rechnen, nicht gesehen zu werden. Deshalb sollten Fußgänger immer ausreichend Abstand zu Fahrzeugen halten, Sichtkontakt mit dem Fahrer aufnehmen und im Zweifelsfall lieber einmal zu viel warten.“

Kurz & knapp

  • Personen- und Verkehrswege trennen, kennzeichnen und ausreichend breit gestalten.
  • Verkehrswege müssen in einem Abstand von mindestens 1 m an Türen und Toren, Durchgängen, Durchfahrten und Treppenaustritten vorbeiführen (z. B. kennzeichnen, abschranken mit Geländer).
  • Kreuzungen, Einmündungen oder Ausfahrten an Transportwegen müssen gut einsehbar sein. Prüfen, ob Hilfsmittel wie Spiegel, Signalleuchten oder Durchsichtfenster erforderlich sind. Darüber hinaus kann auch eine Markierung oder Kennzeichnung der Fußböden z. B. mit Zebrastreifen, Trennlinien oder aufgemalten Verkehrszeichen sinnvoll sein.
  • Geschwindigkeit auf 20 km/h begrenzen.
  • Warnwestenpflicht oder Arbeitskleidung mit Signalwirkung.

Kontextspalte

BAUZ 32, Seite 11

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