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Gute Sicht an Erdbaumaschinen und Lkw

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Silvi Günther, Prokurist und Leiter Logistik HeidelbergCement Deutschland, erläutert vor zwei firmeneigenen Lkw den Nutzen der Kamerasysteme.
Silvio Günther, Prokurist und Leiter Logistik HeidelbergCement Deutschland, erläutert, was Kamerasysteme können und was für den Fahrer wichtig ist.
Foto: Mirko Bartels

Lkw-Fahrer nutzen Spiegel für eine gute Sicht. Doch es bleiben tote Winkel, durch die es zu tödlichen Unfällen kommen kann. HeidelbergCement analysierte weltweit diese Unfälle und traf eine wesentliche Entscheidung: Es werden nur noch Fahrzeuge beschafft, die zusätzlich mit einem Kamerasystem ausgestattet sind. Diese ermöglichen Fahrern eine komplette Rundumsicht.

Wie funktioniert ein solches Kamerasystem genau?
Günther: Das Sichtfeld der Standard-Kamera geht nach vorn, bei Betätigung des Blinkers links oder rechts schaltet sich die jeweilige Seitenkamera zu, bei Einlegen des Rückwärtsganges startet die rückwärtige Kamera. Auch beim Unterschreiten einer definierbaren Geschwindigkeit schaltet sich die entsprechende Kamera vorne, hinten, rechts oder links zu. Bei einem Kombi-Monitor für DriverLink-System, Navi und Kamerasystem schaltet der Bildschirm, zum Beispiel von der Navigation, automatisch auf die Kamera, wenn die definierte Geschwindigkeit erreicht wurde.

Was können die Kameras, was Spiegel nicht können?
Günther: Die Kameras ermöglichen durch die optimale Anordnung eine komplette Rundumsicht sowie einen größeren Sichtwinkel von 180 Grad nach vorn und an den Seiten des Fahrzeuges.

Edward Susol, Mischerfahrer und Betriebsrat Werk Stade der HeidelbergCement AG Deutschland, nimmt Einstellungen am Steuer vor. Die Lupe zeigt den Monitor, auf dem zu sehen ist, was die Kameras rund um das Fahrzeug erfassen.
Foto: Mirko Bartels

Welche Bereiche sieht der Fahrer mit Hilfe der Kameras, die sonst im toten Winkel lägen?
Günther: Der Fahrer sieht den kompletten Heckbereich sowie den Bereich vor dem Fahrerhaus und bestimmte Seitenbereiche links und rechts.

Sind schwere oder tödliche Unfälle damit ausgeschlossen?
Günther: Das System kann das menschliche Auge und damit den Fahrer wesentlich unterstützen und die Unfallwahrscheinlichkeit in einem hohen Maß reduzieren. Klar ist aber auch, dass Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer durch das System nicht verhindert werden kann.

Wie werden die Fahrer geschult?
Günther: Wir schulen die Fahrer durch eine Erstunterweisung bei der Einarbeitung von neuen Kraftfahrern bzw. Maschinisten. Hinzu kommen Schulungen und Trainings bei zentralen Fahrpersonalschulungen sowie Schulungen durch Fachfirmen, die die Anlagen auf den Fahrzeugen installieren.

Was würden Sie anderen Betrieben empfehlen?
Günther: Wichtig sind technisch gut ausgestattete Fahrzeuge, um die Fahrer bestmöglich zu unterstützen. Ordnung und Sauberkeit – insbesondere im Fahrerhaus – sind wichtig. Und eine gute Sicht aus dem Fahrerhaus, also keine Wimpel, Fähnchen. Außerdem empfiehlt sich eine Bündelung der Systeme, also Navi, Driver-Link-System und Kamerasystem, auf einen Monitor.

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BAUZ 32, Seite 10

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