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Bei Störungsbeseitigung gequetscht

Stehen geblieben!

Auf einem Transportbrett dieser Umreifungsmaschine blieb ein Stein liegen, was dazu führte, dass die Maschine anhielt. Um den Stein per Hand zu entfernen, ging ein Mitarbeiter in das Innere der Anlage,  ohne diese stillzusetzen.

D./Hessen. – „Ludde hat ganz großes Glück gehabt“, berichtet Kollege Alex H. (33). „Es gab ’ne Störung und er ist einfach rein in die Anlage. Ohne abzuschalten. Wollte nur den Stein rausholen. Er hat sich runtergebeugt und dann ist die Anlage wieder angelaufen. Er wurde eingequetscht und schwer verletzt.“

Anlagenfahrer Ludger P. (38) arbeitete an der Umreifungsmaschine. Hier werden Betonsteine auf Paletten mit einem Kunststoffband umreift. Die Betonsteine kommen einlagig auf Brettern an. Der Doppler nimmt jeweils eine Steinlage auf und legt sie auf die Steinlage des vorherigen Brettes. Diese zwei Lagen werden dann umreift. Durch Lichtschranken wird geprüft, ob das Brett beladen ist. Wenn ja, wird der Umreifungsvorgang automatisch ausgelöst. Danach nimmt ein Greifer beide Lagen gleichzeitig auf und stapelt sie auf die Transportwagen.

Gefangen im Gefahrenbereich
Am Unfalltag war Ludger allein an der Maschine. Bei einem der Greifvorgänge kam es zur Störung. Ein Stein blieb auf dem Transportbrett liegen und die Anlage blieb stehen. Um den Stein zu entfernen, ging Ludger in den inneren Anlagenbereich, jedoch ohne die Anlage stillzusetzen. Als er sich unter den Rahmen der Umreifung über das Brett beugte, lief die Anlage plötzlich an und klemmte ihn im Bereich des Brustkorbs ein. Ludger hatte keine Möglichkeit, sich zu befreien. Mehrere Rippen brachen, die Lunge wurde gequetscht. Dank der schnellen Hilfe seines Kollegen wurde die Anlage abgeschaltet und die Rettungskette eingeleitet.

„Die Lichtschranke gab der Anlage das Signal, sich abzusenken.“

„Herr P. war als Anlagenfahrer für die Tätigkeit geeignet. Er kannte die Maschine und wurde regelmäßig unterwiesen“, so die zuständige Aufsichtsperson. „Er hätte wissen müssen, was passiert, wenn er sich in den Gefahrenbereich einer automatischen Anlage begibt, ohne sie stillzusetzen. Die Lichtschranke, die die Steinlagen checkt, blieb aktiv. Als Herr P. sich in den inneren Bereich hineinbeugte, erkannte die Lichtschranke seinen Körper als Steinlage. Und so gab sie der Umreifungsanlage das Signal, sich abzusenken. Diese lief sofort automatisch an und fuhr in die tiefste Stellung. Dabei wurde Herr P. eingeklemmt. Die vorhandenen Schutzgitter, die den Zugang zum Gefahrenbereich verhindert hätten, waren nicht montiert.“

Diese Illustration zeigt, wo der Stein innerhalb der Anlage liegenblieb und diese stoppte. Beim Hineinbeugen löste der Mitarbeiter die Lichtschranke aus. Diese meldete eine neue Steinlage und gab der Anlage das Signal in die tiefste Stellung zu fahren.
Ein Stein blieb auf dem Transportbrett liegen, die Anlage stoppte. Beim Hineinbeugen löste der Mitarbeiter die Lichtschranke aus. Diese meldete eine neue Steinlage. Die Anlage fuhr unerwartet in die tiefste Stellung.

Fazit:

  • Bei einer Störungsbeseitigung Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung beachten.
  • Anlage abschalten und gegen Wiedereinschalten sichern (z. B. Hauptschalter mit Vorhängeschloss).
  • Selbst-Check: „Kenne ich die Anlage und weiß ich, wie diese Störung sicher beseitigt wird (Unterweisung/Betriebsanweisung)?“
  • Wenn ähnliche Störungen wiederholt auftreten, Vorgesetzten informieren, Ursachen von Störungen beseitigen.
  • Schutzeinrichtungen verhindern den schnellen Zugang zum Gefahrenbereich und somit Spontanhandlungen oder gefährliche Alleingänge.

Kontextspalte

BAUZ 31, Seite 7

BAUZ kommt.

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