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Welche Ereignisse führten zum Unfall in „Durchgezogen“?

Ursachenkette

BAUZ nimmt den Unfall „Durchgezogen“ noch mal genauer unter die Lupe. Foto: iStockphoto
Foto: iStockphoto

Der Unfall „Durchgezogen“ hatte mehrere Ursachen, die miteinander verbunden waren. BAUZ nimmt das Geschehen noch mal genauer unter die Lupe.

Technik
Das Sicherheitskonzept bezog die Abschaltung des Förderbandes nicht mit ein. Bei Störungen wurde nur der Roto-Packer abgeschaltet, das Band lief weiter. Da es sich hier um ein kniehohes Förderband handelt, bestand für Mitarbeiter eine besondere Gefahr, mitgerissen zu werden. Der Boden bestand aus rutschhemmenden Gitterrostplatten, die keine erkennbare Beschädigung aufwiesen. Zukünftig wird es folgende Schutzmaßnahmen geben: Das Förderband wird bei Störungsbeseitigung auch stillgesetzt. Zusätzlich wird eine Reißleine als Not-Aus im Aufgabebereich installiert. Die Luftdruck-Situation, die Auslöser für die heruntergefallenen Säcke war, wird technisch verbessert.

Organisation
Eine Gefährdungsbeurteilung zu Gurtbandförderern lag vor, war jedoch unvollständig. Die Gefahren bei einer Störungsbeseitigung wurden nicht mit bedacht, insbesondere nicht das Auflegen heruntergefallener Säcke auf das Band.

Kommunikation/Information
Der Anlagenbediener arbeitete allein, ohne dass er Kollegen über die Störung informieren konnte. Störungen müssen notiert und gemeldet werden. Nur so können die Ursachen der Störungen rechtzeitig behoben werden. Weiterhin ist ein Vier-Augen-Prinzip zu entwickeln, um eine sichere Art der Störungsbeseitigung festzulegen.

Qualifizierung/Wissen/Erfahrung
Der Mitarbeiter wurde regelmäßig unterwiesen und war erfahren im Umgang mit der Anlage.

Einstellung/Verhalten
Der Mitarbeiter befand sich bei laufendem Förderband im Gefahrenbereich der Anlage. Wahrscheinlich geriet die eigene Sicherheit aus dem Blick, weil vom Förderband scheinbar keine Gefahr ausging.

Kontextspalte

BAUZ 31, Seite 3

BAUZ kommt.

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