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Leitersturz beim Lösen von Verschraubungen

Volle Kraft abwärts

In 3 Metern Höhe befanden sich die Verschraubungen des Mischers. Diese waren vermutlich festgerostet. Als ein Mitarbeiter viel Kraft aufwendete, um die Schrauben zu lösen, verlor er den Halt auf der Leiter und stürzte auf die Trägerkonstruktion unter

R./Bayern. – „Wir waren in der Winterreparatur“, erinnert sich Hanno K. (42). „Sedat sollte mit mir zusammen die Mischerauskleidungen ausbauen. Ich stieg in den Mischer ein, um die notwendigen Reinigungsarbeiten zu erledigen. Sedat wollte außen die Verschraubungen an den Verschleißplatten abschrauben. Dann hörte ich plötzlich einen Schrei – und einen dumpfen Aufschlag.“

Am Unfalltag herrschte extremer Frost. Die Verschraubungen des Mischers befanden sich in einer Höhe von mehr als 3 Metern über dem Erdboden. Um diese zu erreichen, benutzte Sedat L. (37) eine ca. 2,50 m hohe Stehleiter. Die Standhöhe auf der Leiter betrug etwa 1,50 m, die Verschraubungen befanden sich auf Kopfhöhe. Zum Lösen der Schrauben war ein sehr hoher Kraftaufwand notwendig.

Knallharte Landung
Es ist anzunehmen, dass die Schrauben festgerostet waren. Immer wieder setzte Sedat den Ringschlüssel an, um mit voller Kraft zu hebeln. Doch dann rutschte er beim Lösen einer weiteren Schraube plötzlich weg. Dabei verlor er den Halt auf der Leiter und fiel mit Schwung zur Seite. Mit einem dumpfen Schlag landete er auf der Trägerkonstruktion des Schrägaufzugskübels. Dabei verletzte er sich das linke Knie und zog sich am linken Oberschenkel Schürfwunden zu.

„Für die Arbeiten hätte Herr L. eine Arbeitsbühne nutzen können. Diese stand zur Verfügung und wäre ein standsicherer Arbeitsplatz für das Lösen von Verschraubungen gewesen. Vermutlich hat Herr L. diese aus Unkenntnis nicht genutzt. Stattdessen führte er die Arbeiten von einer ihm zugänglichen Stehleiter aus. Diese war für kraftaufwendiges Arbeiten ungeeignet. Herr L. wurde regelmäßig unterwiesen. Eine spezielle Betriebsanweisung zum Wechseln der Verschleißteile am Mischer war nicht vorhanden. Die Gefährdungsbeurteilung enthielt keine Angaben zu den Reparaturtätigkeiten.“

Hier ist eingezeichnet, an welcher Stelle ungefähr die Leiter stand und der Mitarbeiter abgestürzt ist.

Kontextspalte

BAUZ 31, Seite 10

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.