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Unaufmerksamkeit und fehlender Sichtkontakt

Radlader überrollt Mitarbeiter

Das X zeigt die Unfallstelle, an der sich Mitarbeiter und Radladerfahrer trafen und es zum Unfall kam.
Das X zeigt die Unfallstelle, an der sich Mitarbeiter und Radladerfahrer trafen und es zum Unfall kam.

M./Baden-Württemberg. – Es war ein herrlicher Tag mit guter Sicht. Die Frühstückspause war zu Ende. Schlosser Ricardo L. (35) lief zurück in Richtung Aufbereitungsanlage. Gleichzeitig fuhr sein Kollege Siggi A. (41) mit einem beladenen Radlader übers freie Werksgelände. Alles schien wunderbar, bis der Radlader Ricardo erfasste und am Bein schwer verletzte.

Siggi transportierte Sand in der Radladerschaufel, um diesen zum Aufgabetrichter der Anlage zu bringen. Die Radladerschaufel hatte er dabei um ca. 1 Meter über dem Erdboden angehoben. Dadurch war die Sicht auf etwa 2–3 Meter vor der Schaufel nicht vorhanden. Ricardo wurde beim Gehen von der Radladerschaufel umgestoßen und fiel in der Fahrspur auf den Boden. Sein Oberkörper befand sich zwischen den Rädern und wurde vom Radlader, der eine hohe Bodenfreiheit hat, ohne Berührung überfahren. Sein linkes Bein dagegen blieb bei dem Sturz in gestreckter Haltung in der Fahrspur und wurde von Vorder- und Hinterrad so schwer verletzt, dass es später amputiert werden musste.

Nachgestellt: Eingeschränkte Sicht auf Fußgänger aus dem Radlader.
Nachgestellt: Eingeschränkte Sicht auf Fußgänger aus dem Radlader.

„Es ist anzunehmen, dass beide Mitarbeiter unaufmerksam waren und die Gefahr unterschätzten“, so die zuständige Aufsichtsperson. „Das Prinzip Sehen und Gesehenwerden hat hier nicht funktioniert. Sichtkontakt aufzunehmen ist wichtig, um Kollisionen zu vermeiden. Der Betrieb hat reagiert und wird die Verkehrsführung auf dem Betriebsgelände verbessern. Außerdem werden die Mitarbeiter zukünftig Arbeitskleidung mit reflektierenden Flächen tragen. Zusätzlich werden alle Mitarbeiter am Radlader unterwiesen mit praktischer Übung und Demonstration des toten Winkels.“

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BAUZ 30, Seite 7

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