Inhalt

Radladerfahrer wird von Förderband eingezogen

Schief gewickelt

Links ist die Rampe aus Sand zu sehen, über die der Kies verladen wurde. Rechts die Bandkehre, an der der Mitarbeiter eingezogen wurde.

D./Nordrhein-Westfalen. – „Zum Unfallzeitpunkt befand ich mich in der Warte“, erinnert sich Frank U. (54). „Irgendwann kam über die Bandanlage kein Kies mehr. Also versuchte ich meinen Kollegen draußen über Funk zu erreichen. Ohne Erfolg.“ Was Frank nicht wissen konnte: Sein Kollege Dennis G. (42) war gefangen im Förderband.

Frank machte sich sofort auf den Weg zur Aufgabestelle. An der Bandkehre fand er seinen Kollegen leblos und verklemmt im Förderband. Per Funk informierte er seinen Vorgesetzten, der sofort die Rettungskette auslöste. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Augenzeugen gab es nicht. Aus der Situation vor Ort lässt sich Folgendes schließen: Dennis holte mit dem Radlader Kies aus der Wand und verlud ihn über eine Rampe aus Sand auf die Bandanlage. Immer wieder rutschte dabei Sand seitlich auf das Band, da die Rampe nur unzureichend gesichert war. Irgendwann verursachte das einen Schieflauf, bei dem sich der Gurt doppelt legte. Da Dennis sein Funkgerät verloren hatte, konnte er keine Hilfe rufen. So beschloss er wohl, im Alleingang den Schieflauf zu beseitigen. Bei laufendem Band entfernte er die Schutzgitter. Dann geriet er mit der Jacke zu nahe an die Umkehrtrommel und wurde mit dem Oberkörper eingezogen.

„Herr G. hätte die Störung melden, sich absprechen und Hilfe holen müssen, anstatt selbst Hand am Förderband anzulegen“, fasst die zuständige Aufsichtsperson zusammen. „Der doppelt gelegte Gurt war eine völlig neue Situation, die im Team hätte besprochen und gelöst werden müssen. Herr G. wollte hilfreich sein und führte deshalb Arbeiten aus, die über seinen Auftrag hinausgingen. Außerdem hat er die Schutzeinrichtungen entfernt, ohne die Anlage stillzusetzen.“

Kontextspalte

BAUZ 30, Seite 4

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.