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SCHWENK Zement KG, Werksgruppe Süd

Mission Zero

Michael Kuhn, Leiter der Instandhaltung, erläutert im Interview die Null-Unfall-Strategie „Mission Zero“ der SCHWENK Zement KG, Werksgruppe Süd, und zeigt die dazugehörigen Aktionsaufkleber für Helme. Foto: Mirko Bartels
„Mission Zero ist unsere Chance, Arbeitssicherheit gemeinsam neu zu gestalten.“ Michael Kuhn, Leiter der Instandhaltung. Foto: Mirko Bartels

Seit dem Frühjahr 2015 verfolgt die SCHWENK Zement KG, Werksgruppe Süd, eine besondere Mission. Die „Mission Zero“. Ziel ist, dass jeder Mitarbeiter nach der Arbeit sicher und gesund nach Hause zu seiner Familie kommt. BAUZ wollte mehr wissen und fragte nach bei Michael Kuhn, Leiter der Instandhaltung.

Was ist für Mitarbeiter in Bezug auf Mission Zero wichtig?

Kuhn: Wir verstehen Arbeitssicherheit nicht als zeitlich begrenztes Projekt, sondern als Kultur. Ein Ziel ist es, uns von Schuldzuweisungen zu distanzieren. Außerdem gilt es, gemeinsam eine Sicherheitskultur zu schaffen. Mission Zero soll in erster Linie informieren, kommuniziert werden und aktive Mitarbeit fordern. Bei diesem Vorhaben ist die Verlagerung auf möglichst viele Schultern wichtig. Im Endeffekt möchten wir, dass sich möglichst viele Mitarbeiter mit den Maßnahmen und den Lösungsansätzen identifizieren. Durch diese Identifikation ist auch die effektive Weitergabe an Kollegen möglich. Am besten wäre es natürlich, wenn alle Mitarbeiter Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz dauerhaft in ihren Arbeitsalltag einbinden.

Wie werden die Mitarbeiter im Rahmen von Mission Zero beteiligt?

Kuhn: Zunächst haben wir eine Aktion mit Mission Zero-Aufklebern gestartet. Wir wollten damit informieren und gleichzeitig ein Zeichen setzen: Wer bereit ist, sich aktiv zu beteiligen, sollte sich Mission Zero gut sichtbar auf den Helm kleben. Dann interessierte uns, was die Meister und Ingenieure zum Thema Mission Zero bewegt und beschäftigt. Hierzu haben wir einen offenen Mission Zero-Workshop mit unseren Führungskräften durchgeführt. Ziel war eine umfassende Bestandsaufnahme, ein Überblick über die Themen, welche als wichtig wahrgenommen werden, sich gemeinsam auszutauschen und Prioritäten zu setzen. Alle Beiträge wurden in einem Workshop-Handbuch veröffentlicht, so dass jeder Mitarbeiter nachlesen konnte, was im Workshop erarbeitet wurde. Danach starteten wir den Mission Zero-Cycle  1, um nun auch jeden Mitarbeiter im Betrieb zu erreichen. In den jeweiligen Abteilungen wurden hierzu innerhalb von zwei Wochen vier Whiteboard-Meetings zu einem ausgewählten Mission Zero-Thema abgehalten. Es wurden Flipchartbögen verteilt und im Team bearbeitet. Diese wurden im Nachgang von den Abteilungsleitern besprochen und ausgewertet. Hierbei fanden sich interessante Ideen, Anregungen oder Lösungsvorschläge, nicht nur zu Arbeitssicherheitsthemen. Aktuell prüfen wir, inwie fern die Anregungen umsetzbar sind. Wir werden Arbeitsgruppen mit den Mitarbeitern bilden, um mit denjenigen, welche sich engagieren wollen, die Umsetzung von Maßnahmen zu starten. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist die Information an alle anderen im Betrieb. So schließt sich der Kreis von Ideenentwickeln, Umsetzen, Überprüfen, Feedbackholen und Feedbackgeben – der Mission Zero-Cycle.

Wie bekommt man „Null Unfälle – gesund arbeiten“ in die Köpfe aller Mitarbeiter?

Kuhn: Wir versuchen, einen neuen Weg zu beschreiten, und wir werden uns an dieser Mission Zero messen lassen und das, was wir tun, immer wieder hinterfragen. Führt es zum Erfolg? Was können wir besser machen? Wir werden auch kritische Punkte, die von der Belegschaft kommen, aufnehmen, bearbeiten und uns auch daran messen lassen.

Was sagen die Mitarbeiter zu Mission Zero?

Kuhn: Zu Mission Zero kommt ein äußerst positives Feedback. Die Mitarbeiter haben sich im Mission Zero-Cycle 1 mit ihren Anregungen sehr gut und vielfältig eingebracht, sie sind gespannt, wie es nun weitergeht, und wollen sich aktiv einbringen.

Teamwork im Sinne der Mission Zero (v. l. n. r.): Jens Wöhlert, Sonja Viola, Tobias Kaschke und Michael Kuhn organisierten den Auftakt-Workshop. Foto: Mirko Bartels
Teamwork im Sinne der Mission Zero (v. l. n. r.): Jens Wöhlert, Sonja Viola, Tobias Kaschke und Michael Kuhn organisierten den Auftakt-Workshop. Foto: Mirko Bartels

Das kann jeder tun

So fasst es Michael Kuhn kurz und knapp zusammen. Jeder kann:

  • sich im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv einbringen, um seinen Arbeitsplatz sicherer und gesünder zu gestalten. Wir werden ihm dazu die Zeit und die Mittel zur Verfügung stellen.
  • mit offenen Augen arbeiten, um ganz einfach gefährliche Situationen, Beinaheunfälle, unsicheres Verhalten zu erkennen, zu melden und daraus zu lernen.
  • Verantwortung übernehmen und auf seine Kollegen aufpassen.
  • Vorbild sein.
  • ein Feedback geben, sei es in Form von Meldungen oder sei es in Form von aktiver Mitarbeit in späteren Arbeitsgruppen oder bei den Team-Meetings.
  • Mission Zero weiterentwickeln, umsetzen, leben.

Kontextspalte

BAUZ 29, Seite 8, Schwerpunkt: VISION ZERO

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