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Absturz eines Minibaggers

Vom Winde verweht

Der abgestürzte Minibagger auf den alten Fenstern. Darüber die per Kran transportierte Schuttmulde. Im Hintergrund das Gebäude, aus dessen oberster Öffnung der Minibagger transportiert werden sollte.
Der Minibagger sollte über die oberste Gebäudeöffnung mittels Kran und Schuttmulde aus dem Gebäude transportiert werden.

T./Hessen. – „Ramin hat unfassbares Glück gehabt“, erinnert sich Kollege Kevin P. (31). „Ich seh’ ihn noch mit dem Minibagger aus der Öffnung im obersten Stockwerk fahren. Draußen wartete die am Kran hängende Mulde.“ Dann versetzte ein Windstoß der Mulde einen Schlag. Wie in Zeitlupe stürzte Ramin samt Bagger in die Tiefe.

Ein fünfstöckiges Gebäude sollte abgerissen werden. Dafür kamen auch Klein-Baumaschinen zum Einsatz. Am Unfalltag sollte ein Minibagger aus dem obersten Stockwerk nach unten befördert werden. Dazu wurde eine Schuttmulde an den vier Anschlagpunkten an einen Kran gehängt und vor der Gebäudeöffnung an der Giebelseite positioniert. Auf eine Befestigung wurde verzichtet. Die Stahlplatte der Mulde wurde umgeklappt, damit Baggerfahrer Ramin W. (45) mit dem Minibagger auf die Mulde fahren konnte. „Als Ramin fast draußen war, sah ich, wie die Mulde zur linken Seite weggedrückt wurde. Dann stürzte er in die Tiefe. Es war furchtbar!“

„Herr W. hatte enormes Glück“, so der Notarzt. „Er erlitt schwere, aber nicht lebensbedrohliche Verletzungen.“ Die Unfalluntersuchung zeigte, dass ein Berg aus alten Fenstern an der Aufprallstelle wohl als Puffer gewirkt hatte.

„Das Betreten und Befahren von schwebenden Lasten ist grundsätzlich verboten.“
Zuständige Aufsichtsperson

„Das Betreten und Befahren von schwebenden Lasten ist grundsätzlich verboten“, erläutert die zuständige Aufsichtsperson den Unfall. „Das eigenmächtige Vorgehen ohne die vorgesehenen Sicherungsmaßnahmen trug maßgeblich zum Unfallgeschehen bei.“

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