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Teleskoparm quetscht Kfz-Schlosser

Der Tod kam von hinten

Nachgestellte Unfallsituation, bei der der Kfz-Schlosser vom Teleskoparm eingequetscht wurde
Nachgestellt: Der Teleskoparm des Abrollkippers war anfangs oben. Karl stand mit beiden Beinen links und rechts von der Kardanwelle auf dem Boden mit blick zum Führerhaus.

G./Sachsen-Anhalt. – „Karl saß gefangen im Rahmen. Seine Arme waren seitlich ausgestreckt“, erinnert sich Kollege Darko L. (32). „Ich hörte ein Röcheln und meinen Namen. Dann war alles in Zeitlupe. Ich habe sofort die Rettungskette eingeleitet. Es dauerte elend lange, bis sie Karl befreit hatten. Da war er schon tot.“

Am Fahrzeugaufbau des Abrollkippers lief Hydrauliköl aus. Kfz-Schlosser Karl D. (49) übernahm die Reparatur. Zunächst bewegte er den 1,5 Tonnen schweren Teleskoparm nach oben. Dann schaltete er den Hydrauliknebenantrieb ab. Er reinigte die verschmutzten Schlauchleitungen und Hydraulikanschlüsse der Antriebshydraulikzylinder mit dem Hochdruckreiniger. Kollege Darko wollte ihm helfen. Doch Karl winkte ab und schickte ihn in die Mittagspause. Darko ging nicht gleich, trödelte herum. Plötzlich hörte er seinen Namen. Er lief die paar Schritte zurück zum Fahrzeug. Dort fand er Karl vom Teleskoparm gegen die Rahmenbauteile und den Ventilblock gequetscht. Trotz sofort anlaufender Rettungsaktion konnte Karl nur noch tot geborgen werden.

„Unfallursache war, dass der ausgefahrene Teleskoparm nicht mechanisch gesichert wurde“, so die zuständige Aufsichtsperson. „Am rechten Zylinder wurde ein Blindstopfen mit Verschraubung entfernt. Es handelt sich um eine Entlüftungsöffnung, über die das Hydrauliköl auslaufen konnte. Die Kleidung von Herrn D. war mit Hydrauliköl durchtränkt. In seiner Hand hielt er eine Schraube, einen Inbusschlüssel sowie ein Rohrstück. Durch das auslaufende Öl wurde der Druck im System abgebaut. Der Teleskoparm senkte sich durch das Eigengewicht. Herr D. wurde nach vorn gedrückt und konnte sich nicht mehr befreien.“

Kurz & knapp

  • Arbeiten an der Hydraulik dürfen nur von Fachpersonal durchgeführt werden.
  • Alle beweglichen Teile (Teleskoparm) müssen dabei mechanisch gegen Bewegung arretiert sein.
  • Es ist eine Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung der Betriebsanleitung des Herstellers zu erstellen. Restenergien sind dabei zu berücksichtigen.

Kontextspalte

BAUZ 27, Seite 4, Schwerpunkt: Restenergien

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