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Ungesicherte Mulde

Totgesenkt

Der Dumperfahrer befand sich im Gefahrenbereich der Mulde, als diese sich absenkte und ihn tödlich eingequetschte
An dieser Stelle wurde Dumperfahrer Benjamin R. (47) von der Mulde getroffen und tödlich gequetscht.

B./Niedersachsen. – „Ich kann immer noch nicht glauben, dass Benny tot ist. Er war doch ein erfahrener Dumperfahrer“, seufzt Tilman G. (35). „Wir werden ihn als Kollegen sehr vermissen.“

Benjamin R. (47) war für den innerbetrieblichen Transport von Kies und Sand zuständig. Die Wege zur Abraumhalde mit ihren Kippstellen waren sein Revier. Seinen Job als Dumperfahrer machte Benny mit großer Ruhe und Gelassenheit. Auch bei dichtem Nebel mit Sichtweiten um die 20 Meter blieb er entspannt. Am Unfalltag verließ Benny nach dem Abkippen das Führerhaus. Wohl, weil irgendetwas nicht stimmte. Da er allein war, lässt sich nur vermuten, was dann geschah. Benny muss auf den Rahmen unterhalb der angehobenen Mulde gestiegen sein. Mitten in den Gefahrenbereich. Während er Richtung Führerhaus blickte, begann sich die Mulde hinter seinem Rücken zu senken. Erst langsam und dann vermutlich immer schneller. Irgendwann wurde Benny von der herunterkommenden Mulde erfasst und tödlich eingequetscht. Nur sein Kopf und seine Schulter schauten unter der Mulde heraus. So fanden ihn dann auch seine Kollegen wenig später.

„Herr R. befand sich mitten im Gefahrenbereich bei ungesicherter Mulde.“

„Die Unfalluntersuchung ergab, dass kein technischer Mangel am Dumper vorlag“, so die zuständige Aufsichtsperson. „Lecks an der Hydraulik oder andere Fehlfunktionen konnten ausgeschlossen werden. Der Dumper ist mit doppelt wirkenden Hydraulikzylindern ausgestattet. Zum Herunterlassen der Mulde ist also hydraulischer Druck erforderlich. Bei Druckabfall in einer Leitung sinkt sie weder schlagartig ab noch fällt sie herunter. Eine aufgerichtete Mulde kann sich durch die Schwerkraft erst langsam und dann mit abnehmendem Winkel immer schneller senken. Damit dies nicht passiert, lässt sich die Mulde des Dumpers mittels einer mitgeführten Sicherungsstange mechanisch sichern. Dies ist jedoch offensichtlich nicht geschehen.“

Kurz & knapp

  • Nicht im Gefahrenbereich von Erdbaumaschinen und Fahrzeugen aufhalten.
  • Nicht unter angehobene Arbeitseinrichtungen oder Lasten treten.
  • Bei Wartungs- und Reparaturarbeiten Stützmanschetten oder Sicherungsstangen für Mulden gegen unbeabsichtigte Bewegungen einsetzen.

Kontextspalte

BAUZ 27, Seite 3, Schwerpunkt: Restenergien

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