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Durch den Laufsteg gebrochen

Todessturz

Der Blick von unten auf die Gitterroste der Arbeitsbühne.

H./Bayern. – „Wir sind zutiefst erschüttert“, beschreibt Betriebsleiter Wolfgang P. (53) die Situation nach dem tödlichen Unfall. Ramon J. (28) ist vor den Augen seiner Kollegen abgestürzt. „Er ist durch den Laufsteg der Arbeitsbühne gebrochen und 6 m in die Tiefe gefallen. Ein unfassbares Drama!“

Ramon J. war Schlosser in einem Kieswerk. Am Unfalltag hatte er den Auftrag, die Sandschnecke in der Aufbereitungsanlage zu warten und instand zu setzen. Für ihn und seine Kollegen eigentlich Routinearbeiten. „Am Kopf der Sandschnecke befindet sich eine Arbeitsbühne“, erzählt Kollege Thorsten H. (35). „Viele Male vorher hatten Ramon und ich hier schon sicher und absturzfrei gearbeitet.“

„Die Lichtgitterroste waren nur unzureichend befestigt.“

Als Ramon die Bühne am Kopf der Schnecke betrat, sah zunächst alles aus wie immer. Die Gitterroste hatten schon einiges aushalten müssen und so waren im Laufe der Zeit an der einen oder anderen Stelle ein paar Dellen entstanden. Dass einer der Lichtgitterroste nicht mehr richtig an der Tragkonstruktion befestigt war, konnte Ramon aus seiner Standposition nicht sehen. Als Ramon diese Stelle betrat, verschob sich der Rost so weit, dass er von der Auflage rutschte, wegkippte und nach unten fiel. Ehe Ramon reagieren konnte, verlor er den sicheren Boden unter den Füßen. Mit einem Schrei stürzte er durch das Loch im Laufsteg 6 m zu Boden. Dabei erlitt er tödliche Verletzungen und verstarb noch an der Unfallstelle. Seine Kollegen, die den Unfall mit ansehen mussten, erlitten einen schweren Schock.

An dieser Stelle löste sich der Gitterrost von der Auflage, kippte und fiel in die Tiefe. Schlosser Ramon J. stürzte durch das Loch in der Arbeitsbühne.
An dieser Stelle löste sich der Gitterrost von der Auflage, kippte und fiel in die Tiefe. Schlosser Ramon J. stürzte durch das Loch in der Arbeitsbühne.

„Dieser tragische Unfall ist darauf zurückzuführen, dass die Lichtgitterroste gar nicht oder nur unzureichend befestigt waren“, so die zuständige Aufsichtsperson. „Metallroste müssen immer gegen Verschieben oder Anheben an den vier Ecken gesichert sein. Dies kann entweder mit Klammern erfolgen oder durch andere Maßnahmen. Durchgebogene Roste sind sofort zu ersetzen. Befestigungen von Rosten müssen in Bereichen, in denen Absturzgefahr oder die Gefahr des Hineinstürzens besteht, auf Wirksamkeit geprüft werden. Wer als Kollege solch einen furchtbaren Unfall mit ansehen musste, sollte unverzüglich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, um das Erlebte besser zu verarbeiten. Hier kann es sonst zu posttrau matischen Störungen kommen.“ Die BG RCI bietet hierfür Unterstützung an.

Kurz & knapp

  • Gitterroste müssen ausreichend tragfähig und an allen vier Ecken gegen Verschieben und Anheben gesichert sein

  • Sicht- und Funktionskontrolle der Beläge vor dem Begehen von Arbeitsbühnen und Laufstegen

  • Unebene Roste mit durchgebogenen Stellen oder hoch stehenden Kanten sind sofort zu ersetzen

  • Regelmäßige Prüfung der Roste, Auflagen und Befestigungen auf sichere Begehbarkeit (Einflüsse von Gewicht, Witterung, Temperatur, Schwingungen etc. beachten)

Kontextspalte

BAUZ 26, „Abstürze vermeiden“, Seite 3

BAUZ kommt.

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