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Förderpreis 2015

Arbeit – Sicherheit – Gesundheit

Die Verleihung des „Arbeitsschutz-Oscars“ fand in diesem Jahr unter dem Motto „Sicherheit auf allen Wegen“ statt. Im Vordergrund standen dabei kreative und sinnvolle Erfindungen, die die Mitarbeiter im Umgang mit Fahrzeugen, im Straßenverkehr und im Zusammenhang mit anderen Verkehrsteilnehmern sicherer machen. Doch auch andere Beiträge, die eine Verbesserung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bedeuten, wurden ausgezeichnet. BAUZ stellt die Projekte und Preisträger für die Branche Baustoffe - Steine - Erden vor.


Gemeinsamer BG RCI-Förderpreis

Da kleckert nichts

Michael Gräbe mit dem Kunststoffdeckel für Betonrutschen.
Frischhalteboxen ließen Michael Gräbe und seine Frau auf die zündende Idee des Kunststoffdeckels für Betonrutschen kommen.

StreeProtec, Marienhausen

Hartgewordene Betonreste an Fahrmischern müssen nach dem Entladen entfernt werden, damit sie nicht auf die Straße fallen können. Das würde die Fahrbahn verschmutzen oder sogar andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Da aufgrund des Umweltschutzes auf Baustellen kein Wasser zum Säubern benutzt werden darf, musste eine andere Lösung her. Die Idee kam von Alexandra und Michael Gräbe von StreeProtec: ein säureresistenter Deckel aus Kunststoff, der schnell und einfach an die Betonrutsche angebracht werden kann. Er ist auf alle Typen von Fahrmischern anpassbar und hält absolut dicht.

Betonrutsche ohne Kunststoffdeckel.
Betonrutsche mit neuem Kunststoffdeckel.

Gemeinsamer BG RCI-Förderpreis

Wer holt den Pott?

Stefan Pein (l.) und Jörg Bley von Total Bitumen.
Der Sicherheitswettbewerb ist ein voller Erfolg für Stefan Pein (l.) und Jörg Bley. Die Fahrer sind begeistert, Teilnehmerzahlen steigen und das Unternehmen ist unfallfrei.

Total Bitumen Deutschland GmbH, Brunsbüttel

Bitumen ist ein extrem heißes und klebriges Gefahrgut, das hauptsächlich für den Straßenbau benötigt wird. Dass beim Ver- und Entladen in Tankkraftwagen einiges schiefgehen kann, zeigen verschiedene Unfälle. Um den Transport sicherer zu machen, haben Jörg Bley und Stefan Pein von Total Bitumen in Brunsbüttel einen Wettbewerb ins Leben gerufen, der auf einem Punktesystem basiert. Die Fahrer können Punkte holen, indem sie zum Beispiel für ein sicheres Abfüllen an den Be- und Entladestellen sorgen, Fragebögen ausfüllen oder ihr Fahrzeug auf Sicherheit checken lassen. Nach einem Jahr wird dann ausgewertet. Die Fahrer mit den fünf höchsten Punktzahlen bekommen eine Belohnung und einen Pokal. Dass dieser Wettbewerb gut ankommt, zeigen die stetig steigenden Teilnehmerzahlen und dass Total Bitumen seit 2014 unfallfrei ist.

Teil des Sicherheitswettbewerbs ist die Überprüfung der Schutzausrüstung.

Förderpreis

Das Ende der Sicherheitslücken

Siegfried Zipprick (l.) und Thomas Koll von der Gerüstbau Nordhoff GmbH.
Die Erfindung von Siegfried Zipprick (l.) und Thomas Koll macht Arbeiten in der Höhe sicherer.

Gerüstbau Nordhoff GmbH, Leverkusen

Systemgerüste werden oft für Arbeiten an Fassaden von Gebäuden eingesetzt. Doch nicht alle Gebäude sind gleich. Die geraden Gerüstbeläge können verschiedene Bauteile, wie Türme, Träger, Säulen, Balkone oder Nischen, nicht lückenlos umschließen. Die entstehenden Öffnungen werden üblicherweise mit Holzbohlen abgedeckt. Sie werden an den Belägen neben oder übereinander verschraubt oder festgenagelt. Dabei entstehen Stolperstellen. Siegfried Zipprick und Thomas Koll von Gerüstbau Nordhoff entwickelten deshalb die Belagtraverse und die Panzerbelagsicherung. In der Traverse können passende Holz oder Stahlteile eingefügt und in die offenen Stellen im Gerüst angebracht werden. Ein Ausheben oder Verrutschen wird blockiert. Die Sicherung hält Traverse und Bodenbeläge an ihrem Platz. So entsteht eine ebene und sichere Arbeitsfläche.

Sicherheitslücken auf Gerüsten können zuverlässig geschlossen werden.

Sonderpreis

Klotzen für Ergonomie

Christof (l.) und Daniel Braun von BraunBeton.
Christof (l.) und Daniel Braun sorgen im Familienunternehmen für die Rückengesundheit ihrer Mitarbeiter.

BraunBeton GmbH, Baiersbronn

Beschädigte und fehlerhafte Betonsteine müssen in einer Fertigungsanlage von den Mitarbeitern per Hand aussortiert werden. Dies ist unergonomisch und körperlich anstrengend. Christof, Daniel, Benjamin und Karl Braun von BraunBeton hatten die Idee, das Förderband einer neuen Umlaufanlage mit einem Scanner auszustatten. Dieser erkennt ein kleines Holzstück, das ein Mitarbeiter nach Begutachtung der Steinqualität am Band auf die Steine legt. Je nachdem, wie das Holzstück platziert ist, leitet das Förderband die Betonsteine um. Ein flach liegendes Stück bedeutet, dass der Stein einen optischen Mangel hat, aber noch in Ordnung ist. Der Stein wird dann in der Produktkategorie „II. Wahl“ einsortiert. Ein hochkant stehendes Holz sorgt für die Aussortierung. Diese technische Lösung ist ein Beitrag zum Gesundheitsschutz im Betrieb.

Ein Holzklotz zeigt an, wo die Steine hingehören. Ein Scanner erkennt die Position der Klötze und sortiert die Steine eigenständig in die jeweilige Produktkategorie.

Sonderpreis

Hände weg vom Handy!

Lena Mohrlüder (r.) von ExxonMobil und Dr. Wolfgang Schultze von der Landesverkehrswacht Niederachsen e. V. sind Teil des Teams, das die firmenüberschreitende Kampagne entwickelt und realisiert hat.
Lena Mohrlüder (r.) von ExxonMobil und Dr. Wolfgang Schultze von der Landesverkehrswacht Niederachsen e. V. sind Teil des Teams, das die firmenüberschreitende Kampagne entwickelt und realisiert hat.

ExxonMobil Production, Deutschland
Wintershall Holding GmbH
Landesverkehrswacht Niedersachsen e. V.
Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e. V.

Autofahrer, die während der Fahrt ihr Smartphone in die Hand und den Blick von der Straße nehmen, gefährden nicht nur sich selbst. Sie stellen auch eine Gefahr für mögliche Insassen und andere Verkehrsteilnehmer dar. Mit der Aktion „Tippen tötet“ wollen Axel Weiß, Lena Mohrlüder und Christian Riedemann von ExxonMobil, Dr. Michael Bätcher, Katharina Meyer und Markus Meyer von Wintershall Holding, Burkhard Grundmeier vom Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e. V. sowie Dr. Wolfgang Schultze von der Landesverkehrswacht Niedersachsen e. V. in der Öffentlichkeit ein Zeichen für mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr setzen. Niedersachsenweit sind an Brücken über vielbefahrenen Straßen und Autobahnen Spannbänder zu sehen. Sie zeigen folgende Gleichung: Auto + Handy = trauriger Smiley. Zusätzlich machen Autoaufkleber und Postkarten sowie Plakate in sieben niedersächsischen Großstädten auf die Aktion aufmerksam.

Kontextspalte

BAUZ 26, „Förderpreis 2015“, Seite 11

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.