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Schwerpunktverlagerung beim Abkippen

Zu Tode gestürzt

Das Material auf dem Lkw verschob sich nach rechts und brachte das Fahrzeug zum Kippen.
An dieser Stelle kam es zum Umstürzen des Lkw auf die Beifahrerseite. Dabei verstarb Klaus N. (48).
Der Mitarbeiter war nicht angeschnallt. Er stürzte kopfüber auf die Beifahrertür und starb.

S./Thüringen. – Bei den Mitarbeitern sitzt der Schock tief. Klaus N. (48) ist tot. „Er starb in der Fahrerkabine beim Abkippen der Ladung“, berichtet Betriebsleiter Gerhard D. (62) betroffen. „Wir haben einen geschätzten Kollegen verloren.“

Klaus transportierte Überkorn mit dem Dreiseitenkipper. Von der Siebanlage ging’s zum wenige Hundert Meter entfernten Lagerplatz. Dort fuhr er mit dem Kipper rückwärts, um das Material nach hinten abzukippen. Der Untergrund war fest. Klaus zog die Handbremse an und begann die Mulde auszufahren. „Was ihm dabei wohl nicht auffiel, war die leichte Neigung der rechten Hinterachse nach rechts“, berichtet Gerhard D. „Das wird beim Abkippen dazu geführt haben, dass sich das Material ebenfalls nach rechts verlagerte. Es begann vermutlich ungleichmäßig abzurutschen. Und so verschob sich dann der gesamte Schwerpunkt des Kippers.“

Klaus N. fiel kopfüber 1,60 m tief auf die Beifahrertür und verstarb noch am Unfallort.

Irgendwann war das seitliche Gewicht zu viel für den Kipper. Er stürzte mitsamt der Ladung nach rechts um. Klaus versuchte mit aller Kraft, sich festzuhalten. Das zeigen Spuren am Lenkrad. Aber er schaffte es nicht. Kopfüber stürzte er 1,60 m tief auf die Beifahrertür und verstarb noch am Unfallort.

„Dieser Unfall ist ein tragisches Beispiel dafür, dass Fahrer bei unerwarteten Ereignissen nicht sicher sind, wenn sie sich nicht anschnallen. Ein angelegter Sicherheitsgurt hätte dem Verunfallten während des Kippvorgangs das Leben gerettet“, so die zuständige Aufsichtsperson. „Unfallursächlich waren die starke Querneigung der Hinterachse beim Abkippen und der verlagerte Schwerpunkt durch das ungleichmäßig abrutschende Material. Kippfahrzeuge müssen beim Abkippen auf festem, ebenem Untergrund ohne Achsneigung stehen. Außerdem muss beim Aufenthalt in der Fahrerkabine in jedem Fall der Sicherheitsgurt angelegt werden. Nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Abkippen.“

Kontextspalte

BAUZ 25, Nebenthema „Kippstellen“, Seite 9

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