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2,5-Tonnen-Steinblock rutscht von Gabelzinke

Hand unter

Nachgestellt: Beim Unterlegen eines Steines unter den Granitblock rutschte der Block seitlich von der Gabelzinke ab und zerquetschte Walters Hand.
Nachgestellt: Beim Unterlegen eines Steines unter den Granitblock rutschte der Block seitlich von der Gabelzinke ab und zerquetschte Walters Hand.

U./Rheinland-Pfalz. – Radladerfahrer Jan P. (32) ist immer noch geschockt. „Walter wollte den Granitblock vor der weiteren Bearbeitung gerade ausrichten. Also hob ich das schwere Ding einseitig mit den Gabelzinken an. Walter war gerade dabei, einen Stein zum Begradigen unterzulegen. Da rutschte der Block von der Zinke und zerquetschte seine Hand.“

Walter W. (54) ist gelernter Steinspalter. Seit vielen Jahren arbeitet er schon in Werksteinbrüchen. Am Unfalltag wollte er einen 2,5 Tonnen schweren Steinblock für die Weiter verarbeitung vorbereiten. Dieser war schief auf der Unterseite. „Spaltkeillöcher bohrt man im Stehen auf dem Stein. Um standsicher und ergonomisch arbeiten zu können, wollte ich den Stein begradigen“, erklärt Walter sein Vorhaben. „Dazu wollte ich mehrere kleinere Steine unterlegen.“ Und so bat er seinen Kollegen und Radladerfahrer um Hilfe. Dieser fuhr vorsichtig mit einer Gabelzinke unter den Stein und hob den Block einseitig an. Währenddessen begann Walter, mit der Hand kleinere Steine unter den Block zu schieben.

„Es ist mir unerklärlich, warum der Steinblock abrutschte.“

„Ich hatte Walter immer im Blick, da gab es keine Probleme“, erzählt Jan. „Wir haben mit Handzeichen kommuniziert, so wie es bei diesen Arbeiten üblich ist.“ Doch plötzlich rutschte der 2,5 Tonnen schwere Block ab und zerquetschte Walters rechte Hand. Jan reagierte geistesgegenwärtig. Er platzierte die Gabelzinke sofort wieder unter dem Granitblock und hob ihn an. Danach sicherte er seinen Radlader, sprang aus der Fahrerkabine und leistete Walter Erste Hilfe. Im Krankenhaus wurden mehrere Brüche und extreme Quetschungen festgestellt.

„Der Unfall zeigt, dass bei Arbeiten im Gefahrenbereich von Erdbaumaschinen die Gefahr besteht, durch herabfallendes Ladegut getroffen zu werden“, so die zuständige Aufsichtsperson. „In der vorliegenden Gefährdungsbeurteilung waren Quetschgefahren beim Spalten von Werksteinblöcken und als Maßnahme das Unterfüttern angeführt. Allerdings gab es über die Art und Weise der Unterfütterung keine detaillierten Aussagen. Hier besteht Nachbesserungsbedarf. Das Unterfüttern sollte zukünftig nicht direkt per Hand, sondern unter Verwendung verlängerter Hilfsmittel erfolgen, damit die betreffende Person sich außerhalb des Kippbereiches des Steinblocks befindet.“

Nach dem Unfall gab es für alle Mitarbeiter eine betriebliche Sofortunterweisung. Hier wurde festgelegt, dass Steinblöcke nur noch mit langen Kanthölzern unterfüttert werden dürfen.

Lange Kanthölzer sind geeignet, um Steinblöcke zu unterfüttern.
Lange Kanthölzer sind geeignet, um Steinblöcke zu unterfüttern.

Kontextspalte

BAUZ 25, Schwerpunkt: „Hand und Handschutz“, Seite 6

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