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Palette stürzt ab beim Lastentransport und quetscht Hand

Zapfen-Streich

Beim Anheben der Palette rutschte der Zapfen aus der Hülse. Die Palette geriet in Schieflage und krachte auf Jeromes Finger.
Beim Anheben der Palette rutschte der Zapfen aus der Hülse. Die Palette geriet in Schieflage und krachte auf Jeromes Finger.

M./Hessen. – In einem Betonfertigteilwerk werden Platten verschiedener Formate hergestellt. „Wir benutzen dabei Holzpaletten als Form“, erzählt Betonwerker Steffen H. (33). „Die stapeln wir nach dem Entschalen mit einem Kran übereinander.“ Für den sicheren Transport ist das Befestigen mit Steckbolzen wichtig. Wenn da etwas schiefgeht, sind die Hände in großer Gefahr.

Steffen war mit seinem Kollegen Jerome T. (28) in einem Team eingeteilt. Die Transportarbeiten werden immer von zwei Personen ausgeführt. Um die Paletten an beiden Seiten zu sichern, hängen an der Krantraverse Stahlseile mit einsteckbaren Zapfen. Diese werden von Hand beidseitig in Hülsen gesteckt, die mittig unter der Palette befestigt sind. So gesichert können die Paletten nach dem Aushärten zum Entschalen der Platten gedreht werden.

„Die richtige Abstimmung ist Voraussetzung für sichere Transportarbeiten, die zu zweit ausgeführt werden.“
Sicherheitsfachkraft (52)

„Jerome war dabei, die Steckbolzen in die Hülsen einzuführen. Ich hab gedacht, er sei fertig. Da hab ich den Kran gestartet.“ Doch der Kollege war noch nicht so weit. Dessen Zapfen saß noch nicht fest drin. Steffen drückte auf die Kranbedienung und wartete auf das Anheben. Doch als der Kran die Palette hochzog, rutschte der zweite Zapfen auf Jeromes Seite heraus. Instinktiv versuchte Jerome, die abstürzende Palette mit seinerfreien Hand festzuhalten. Eine aussichtslose Idee. Die schwere Palette war nicht zu halten und krachte mit lautem Knall auf die darunterliegende – Jeromes Finger dazwischen. „Erst starrte er ungläubig auf seine Hand. Und dann begann er zu schreien“, berichtet Steffen. „Es war schrecklich, ihn so zu sehen. Vier Finger waren gebrochen.“

„Hauptursache des Unfallswar mangelnde Abstimmung“, so die Sicherheitsfachkraft. „Der Kran darf erst anheben, wenn beide Mitarbeiter ihre Steckbolzen richtig eingeführt haben und sich nicht mehr im Gefahrenbereich befinden. Hierfür muss ein Kommando vereinbart werden, an das sich der Kranbediener zu halten hat. Die Sicherheit der Kollegen liegt im wahrsten Sinne des Wortes in seiner Hand.“

Kontextspalte

BAUZ 25, Schwerpunkt: „Hand und Handschutz“, Seite 5

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