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Mischerdeckel bricht Hand

Voll zugeschlagen

Durch wuchtige Hammerschläge rutschte eine Metallstütze aus der Verankerung. Und die schwere Wartungsklappe schlug zu.
Durch wuchtige Hammerschläge rutschte eine Metallstütze aus der Verankerung. Und die schwere Wartungsklappe schlug zu.

E./Nordrhein-Westfalen. – Auch Mischerdeckel kommen in die Jahre. „Die ollen Gummiabdichtungen am Betonmischer waren völlig hinüber“, erzählt Louis R. (24). „Mein Kollege Tomasz und ich sollten beide austauschen. Damit es schneller ging, arbeiteten wir gleichzeitig an je einer Klappe. Bis ich plötzlich einen lauten Knall und dann Tomasz’ Schrei hörte.“

Die Aufgabe schien einfach und ungefährlich. Louis und sein Kollege Tomasz L. (26) hatten den Auftrag, an den Wartungsklappen eines Betonmischers zu arbeiten. „Wir sprachen uns ab, klappten die schweren Deckel auf und sicherten sie mit Metallstützen, so wie es üblich ist“, erklärt Louis. „Danach begannen wir an den gegenüberliegenden Klappen zu arbeiten.“

Bei Wartungsarbeiten am Mischer wurde einfach drauflos gehämmert.

Erst war alles ruhig. Bis auf einmal laute Hammerschläge ertönten. Tomasz versuchte, Betonanbackungen an der Öffnung abzuschlagen. Louis: „Ich habe mir im ersten Moment gar nichts dabei gedacht. Die Anbackungen mussten ja weg, damit wir das Gummi erneuern konnten.“ Doch dann gab es plötzlich einen dumpfen Knall. Und Tomasz begann zu schreien. „Ich bin sofort zu ihm hin,“ erzählt Louis. „Seine Hand war zwischen Klappe und Mischergehäuse eingeklemmt.“ Mit aller Kraft stemmte Louis die Klappe auf, so dass Tomasz seine Hand wegziehen konnte. Ein herbeigerufener Notarzt stellte fest, dass mehrere Finger gebrochen waren.

„Eine normal taugliche mechanische Abstützung wurde hier durch Hammerschläge ausgehebelt“, fasst die zuständige Sicherheitsfachkraft zusammen. „Eigentlich bieten die Metallrohre eine zuverlässige Abstützung der Mischerklappen und halten übliche Belastungen aus. Da sie aber über sehr kurze Metallzapfen gesteckt werden, können sie bei starken Hammerschlägen aus der Verankerung rutschen. Für die Tätigkeit hätte eine andere Sicherung (z. B. eine Kette) genommen werden müssen. Mit einer besseren Vorbereitung wäre dieser Unfall vermeidbar gewesen. Die Gefahren hätten im Vorfeld erkannt und die erforderlichen Schutzmaßnahmen durchgeführt werden müssen.“

Kontextspalte

BAUZ 25, Schwerpunkt: „Hand und Handschutz“, Seite 5

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