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Bei Zemententnahme

Schnecke schluckt Hand

Diese Zementförderschnecke schluckte die Hand des Mitarbeiters.
1. Mittels Steckvorrichtung lässt sich die Förderschnecke von der Stromversorgung trennen. 2. Um eine Zementprobe zu entnehmen, öffnete Max F. die Verschlussklappe der Zementförderschnecke und griff hinein, ohne die Schnecke stillzusetzen.

W./Bayern. – „Für die Eigenüberwachung musste eine Zementprobe entnommen werden“, erzählt Dirk M. (52), Anlagenfahrer einer Mischanlage. „Doch all unsere Versuche, den Zement direkt am Mischer zu entnehmen, klappten nicht.“ Sein Kollege Max F. (35) wollte es an einer Zementschnecke versuchen. Das Problem dabei: Dirk war mit dem laufenden Betrieb so beschäftigt, dass er Max nicht genau zuhörte.

Am Unfalltag hatte Dirk alle Hände voll zu tun, den Betrieb im Transportbetonwerk am Laufen zu halten. „Als es mit der Zementprobe nicht klappte, hatte ich keine Zeit, mich weiter darum zu kümmern. Ich musste zurück zum Steuerstand“, berichtet Dirk. Max hatte die Idee, es direkt an der Zementschnecke zu probieren. Also ging er zu Dirk, um ihn zu informieren. Doch der hörte nur mit halbem Ohr zu. Max dachte, sein Vorhaben sei verstanden worden. Er ging zur Zementschnecke und öffnete die Verschlussklappe.

„Ich wusste, es ist etwas Schlimmes geschehen, und drückte sofort den Not-Aus-Schalter.“
Dirk M. (52), Anlagenfahrer

Es funktionierte, aber es kam nicht genug Zement raus. Also griff Max mit der linken Hand in die Schnecke hinein. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine neue Betonmischung angefordert und Dirk setzte die Anlage in Betrieb. Bis er laute Schmerzensschreie hörte! „Meine Sicht auf die Schnecke war von einem Betontransportfahrzeug verdeckt“, erinnert sich Dirk. „Ich wusste, es ist etwas Schlimmes geschehen, und drückte sofort den Not-Aus-Schalter.“ Max’ linke Hand wurde durch die anlaufende Zementschnecke abgeschert.

„Die Anlage war neu und sicherheitstechnisch einwandfrei“, so die Aufsichtsperson. „Hauptunfallursache war, dass Herr F. die allpolige Trennung der Zementschnecke nicht vorgenommen hat. Die Schnecke muss mit dem Stecker vom Netz getrennt werden, bevor an ihr gearbeitet wird. Das ist in die Betriebsanweisung für Instandhaltungsarbeiten aufzunehmen. Aber auch die mangelnde Kommunikation zwischen Herrn M. und Herrn F. hat den Unfall mit begünstigt.“

Kontextspalte

BAUZ 25, Schwerpunkt: „Hand und Handschutz“, Seite 4

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