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Stapler erfasst Fußgängerin auf dem Fußgängerüberweg

Toter Winkel voraus

Hier kollidierte Winfrieds Stapler mit der Kollegin, die ordnungsgemäß den Zebrastreifen nutzte.
Hier kollidierte Winfrieds Stapler mit der Kollegin, die ordnungsgemäß den Zebrastreifen nutzte.

G./Niedersachsen. – „Ein absolutes Drama, dieser Unfall. Wir sind alle schwer geschockt“, berichtet Staplerfahrer Matthias G. (37) erschüttert. Sein Freund Winfried H. (42) hatte die Order bekommen, einen Lkw mit Steinen zu beladen. Dafür sollte er nicht wie sonst üblich zum Lkw-Wartebereich kommen, sondern zum Haupteingang. Also fuhr er quer durchs Werk. Kurz vor seinem Ziel rollte er über einen Zebrastreifen  – und kollidierte mit einer Kollegin, die zu Fuß unterwegs war.

„Hier ist das Schlimmste passiert, was sich ein Gabelstaplerfahrer vorstellen kann“, seufzt Matthias. „Du denkst, du hast alles im Blick, fährst voll konzentriert. Und dann ist dein Leben plötzlich nicht mehr so, wie es vorher war, weil du einen Menschen überfahren hast. Mitten in deinem eigenen Betrieb, den du kennst wie deine Westentasche. Winnie ist noch immer völlig fertig.“

„Herr H. hat die Fußgängerin bis zum Schluss nicht gesehen.“
Aufsichtsperson (51)

Winfried H. war ein erfahrener Staplerfahrer. Einer, auf den man sich in jeder Situation verlassen konnte. Einer, der eine klare Meinung zu seinem Job hatte und seine ganze Aufmerksamkeit dem Fahren und Transportieren widmete. Telefonieren oder andere Ablenkungen im Stapler waren tabu, wenn er fuhr. Als er an dem Unfalltag zum Werkseingang rollte, waren die Verkehrswege trocken und es herrschte gute Sicht. Gleichzeitig war die Kollegin auf dem Rückweg von der Pforte, wo sie ein kleines Paket abgeholt hatte. Sie benutzte erst den Bürgersteig und dann die zwei Fußgängerüberwege. Dort wurde sie von Winnies herannahendem Stapler erfasst und sehr schwer an Kopf und Bein verletzt.

„Beim Stapler lagen keine Mängel im Bereich der Lenkung oder der Bremsen vor“, so die zuständige Aufsichtsperson. „Laut Aussage von Herrn H. hatte er die Fußgängerin gar nicht im Blickfeld gehabt. Um dies zu überprüfen, stellten wir den Unfall nach. Dafür montierten wir eine Frontkamera an den Stapler und werteten sowohl die Fahrstrecke als auch die Bewegungsabläufe von Stapler und Fußgängerin mittels eines Videos aus. Das Ergebnis war eindeutig: Vorn am Stapler mit angebautem Kranausleger für die Zange ergibt sich ein relativ großer ‚toter Bereich‘. Personen, die hier unterwegs sind, sieht der Staplerfahrer nicht. Nur die Frontkamera hätte die Gefahr sichtbar machen können.“

Fazit: Der Betrieb reagierte sofort auf die Unfallauswertung. Auf allen Staplern des Typs wurden Frontkameras installiert. Außerdem wurden Gefahrenpunkte entschärft. Ein neuer, sicherer Fußgängerweg wurde angelegt und die zwei alten Zebrastreifen entfernt.

Die Unfallauswertung zeigt deutlich: Die Gefahr lauert im  toten Winkel. Der Staplerfahrer sieht die Person auf dem  Zebrastreifen nicht. Erst die Frontkamera macht sie sichtbar.
Die Unfallauswertung zeigt deutlich: Die Gefahr lauert im toten Winkel. Der Staplerfahrer sieht die Person auf dem Zebrastreifen nicht. Erst die Frontkamera macht sie sichtbar.

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BAUZ Zeitung Seite 5

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