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Gabelstapler kippt beim Bremsen um

Voll auf die Nase

Hochbetrieb im Freilager. Beim Transport von Stein­paketen kippte ein Gabelstapler um.
Hochbetrieb im Freilager. Beim Transport von Stein­paketen kippte ein Gabelstapler um.

D./Hessen. – „Wenn viel los ist, ist es bei uns im Freilager wie im Bienenkorb“, berichtet Staplerfahrer Jason F. (36). „Dann musst du besonders ruhig und aufmerksam fahren und den Überblick behalten. Sonst machst du den Abflug wie Basti. Und zwar schneller, als dir lieb ist.“

Im Betonsteinwerk brummte die Produktion. Pflastersteine, Rasenborde, Palisaden – alles musste ins Freilager transportiert werden. Dort liegen die Steine noch längere Zeit zum Aushärten. Sebastian B. (34) hatte den Auftrag, die fertigen Steinpakete mit dem Gabelstapler vom Austragsförderer abzunehmen und an den dafür vorgesehenen Platz einzustapeln. Mit seinem 9-Tonner konnte er ordentlich was wegschaffen. Gleich zwei Steinpakete fassten die Zangen. Bei dicht über dem Boden geführter Last kein Problem.

„Ich habe zu stark abgebremst und fiel mit dem Stapler wie in Zeitlupe nach vorn.“

Sebastian hatte schon etliche Touren hinter sich. Und er war ordentlich unter Dampf. Um Zeit zu sparen, traf er eine folgenschwere Entscheidung. Bereits weit vor der Absetzstelle hob er die Last an – und das in der gewohnten Geschwindigkeit. Eine Belastung für die Stabilität des Staplers und eine vorübergehende Sichteinschränkung. An einer Stelle war Sebastian sich nicht sicher, ob er freie Fahrt hatte. Um seine Geschwindigkeit zu drosseln, bremste er ab. Leider etwas zu heftig für den Stapler mit der hochgefahrenen Last. Wie in Zeitlupe begann der Stapler nach vorn zu kippen. Dann knallte er kopfüber auf die Gabel. Sebastian kippte mit und schlug mit dem Schienbein gegen die Armatur, die Scheibe bremste seinen Kopf. Das Heck steil in den Himmel gehoben, blieb der Stapler liegen.

„Herr B. hatte Glück, dass er sich nur leicht verletzte, obwohl er nicht angeschnallt war“, so die zuständige Aufsichtsperson. „Die Last muss beim Fahren bis zum Einstapeln dicht über dem Boden geführt werden. Außerdem hätte Herr B. langsamer fahren müssen, sobald die Last angehoben wurde. Eine Gefahrenbremsung muss jederzeit möglich sein. Beim Bremsen zog die Last den Stapler nach vorn und brachte ihn zum Kippen. Und kippende Stapler sind nicht aufzuhalten, wie dieses Unfallbeispiel zeigt.“ Übrigens: Bei einer Gefahrenbremsung läuft hier nichts in Zeitlupe ab – der Aufschlag ist dann wesentlich heftiger und auch die Folgen.

Kurz & knapp

  • Sicheres Fahren erfordert gutes Sehen
  • Die Last ist bis zum Einstapeln dicht über dem Boden zu führen
  • Unebenen Untergrund meiden
  • Wenn in besonderen Ausnahmefällen mit gehobener Last gefahren werden muss, ist die Fahrweise entsprechend anzupassen; langsam fah­ren und auf Bodenunebenheiten achten, möglichst keine Kurvenfahrt
  • Mit einer Gefahrenbremsung ist jederzeit zu rechnen
  • Im Falle eines Umsturzes sind die Verletzungsfolgen wesentlich geringer, wenn der Fahrer sich anschnallt

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BAUZ Zeitung Seite 3

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