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Hammer-Sturz übers Geländer

Entfernen von Eis endet tödlich

An dieser Transportbetonanlage gab es die Eisanbackungen.
An dieser Transportbetonanlage gab es die Eisanbackungen.

K./Hessen. – „Über Nacht war es plötzlich Winter geworden“, erzählt Harry P. (41) erschüttert. „Mit Schnee und ordentlichen Minusgraden. Und auch mit Anbackungen im Schrägaufzugskübel. Die wollte Mike mit einem Hammer beseitigen. Dabei rutschte er aus und stürzte in die Kübelbahn. Ein absolutes Drama. Er war sofort tot.

Harry arbeitet als Mischmeister in einem Transportbetonwerk. Am Montagmorgen waren gleich mehrere Mörtelmischungen beauftragt. Trotz eisiger Kälte klappte alles ganz gut. Die Zuschlagboxen des Sternsilos wurden mit Wasserdampf aufgewärmt. So konnte das Material ohne Verstopfer aus den Abzugsklappen in den Schrägaufzugskübel fallen. Nach ein paar Mischungen kam es dort jedoch zu immer stärkeren Anbackungen. Der feuchte Sand fror am kalten Kübel fest. Harry war klar, dass die Anbackungen schnell beseitigt werden mussten.

„Plötzlich lag Mike tot unten in der Kübelgrube.“

Sein Kollege Mike G. (35) – noch in Filzlatschen unterwegs – wollte behilflich sein. Mit einem Hammer bewaffnet ging er die Treppe hoch zum Mischer, wo der Schrägaufzugskübel zur Entleerung angehoben wird. Um an den Kübel heranzukommen, beugte sich Mike über das Geländer. Dann schlug er mit einem Hammer auf den Kübel ein, um die Anbackungen zu lösen. Doch er hatte das eisige Geländer unterschätzt. Als Mike zum nächsten Hammerschlag ausholte, rutschte er mit seinen Latschen aus und stürzte in die Bahn des Schrägaufzugskübels. Im freien Fall schlug er mit dem Genick auf einen Querträger. Mike wurde tot unten in der Kübelgrube von einem Kraftfahrer gefunden.

„Mit Anbackungen im Kübel ist bei Winterbetrieb immer zu rechnen“, so die zuständige Aufsichtsperson. „In diesem Fall jedoch fehlte eine Betriebsanweisung, die genau beschreibt, wie eine solche Störung sicher zu beseitigen ist. Hammerschläge sind eine Möglichkeit – müssen aber von einem sicheren Standplatz ausgeführt werden. Und: Es sind dabei natürlich rutschhemmende Sicherheitsschuhe zu tragen. Ein Hammer mit einem entsprechend langen Stiel wäre auch eine Lösung gewesen. Bei Winterbetrieb sollte der Schrägaufzugskübel eingehaust sein.“

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BAUZ Seite 4 Schwerpunkt „Arbeiten im Winter“

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