Inhalt

Füße hochgelegt

Regal-Crash

„Der Bürostuhl rollte rückwärts und krachte in das Glasregal.“
„Der Bürostuhl rollte rückwärts und krachte in das Glasregal.“

N./Sachsen. – Mal ab und zu im Büro eine Pause einzulegen, soll ja gut für die Gesundheit sein. Doch wenn die Sitzfestigkeit fehlt, kann das Ganze im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten losgehen.

Der Büroangestellte Tim K. (25) war nicht fürs lange Sitzen gemacht. Wenn eine Arbeitseinheit zu lange dauerte, wechselte er gern die Position auf seinem Bürostuhl. Dann sah man ihn mal im Schneidersitz, mal wie auf einem Pferd oder in der Hocke sitzen. Manchmal klemmte er sich aus Versehen selbst in seinem Bürostuhl fest. Dann schob er die Beine unter dem Sitz nach hinten, erwischte versehentlich mit der Wade den Höheneinstellungshebel und der Stuhl fuhr nach unten. Ein paar Mal schon waren seine Beine dann so eingeklemmt, dass er das Gewicht nicht mehr vom Stuhl bekam, um wieder hochfahren zu können. 

Dann regneten plötzlich Tausende kleine Glasscherben auf ihn herab.
Es regneten plötzlich Tausende kleine Glasscherben herab.

Am Unfalltag hatte Tim die langen Listen des Materiallagers zu prüfen. Eine Fummelarbeit, bei der er sich auf den Punkt konzentrieren musste. Als Belohnung holte er sich zwischendurch einen Kaffee. Dann legte er die Füße seitlich hoch auf den Schreibtisch, lehnte sich zurück in seinen Bürostuhl und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. In dieser entspannten Haltung fielen ihm irgendwann die Augen zu. Dabei sackte er tiefer in den Bürostuhl. Als sein Kollege das Büro betrat und ihn ansprach, erschreckte sich Tim so, dass er noch ein Stück tiefer rutschte. Und dann setzte sich der gesamte Stuhl in Bewegung. Mit den Beinen auf dem Tisch klappte Tim zwischen Tisch­kante und Sitzfläche zusammen wie ein Taschenmesser. Der Bürostuhl beschleunigte daraufhin rückwärts und krachte mit voller Wucht in das Glasregal hinter Tim. Er fiel rückwärts auf den Boden und hörte einen ohrenbetäubenden Knall. Dann regneten plötzlich Tausende kleine Glasscherben auf ihn herab. Doch er hatte Glück im Unglück: Außer einer Steißprellung und kleinen Schnittwunden kam Tim mit dem Schrecken davon.

„Dauersitzen ist nicht nur eine Strapaze für den Rücken, sondern für den gesamten Körper“, erläutert der zuständige Betriebsarzt. „Die Sitzhaltung sollte mindestens drei- bis viermal in der Stunde gewechselt werden. Stehen ist dabei eine Möglichkeit. Statt den Bürostuhl zu gymnastischen Zwecken zu entfremden, hätte Herr K. mehr Bewegung in seinen Büroalltag einbauen sollen. Durch Bewegungspausen lassen sich Anspannungen lockern und auch die Konzentrationsfähigkeit ist hinterher wieder besser.“

Kurz & knapp

  • Aufrechtes Sitzen mit mindestens einem rechten Winkel bei Knie und Ellenbogen verhindert Fehlbeanspruchungen in den Schultern, im Rücken, in Armen und Beinen
  • Während des Arbeitsalltages regelmäßige Bewegungspausen einlegen
  • Stühle mit dynamischer Rückenlehne, Steh-Sitz-Tische unterstützen Haltungswechsel

Kontextspalte

BAUZ Seite 11 Schwerpunkt „Arbeiten im Büro“

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.