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Montagearbeiten von der Leiter

Volle Kraft abwärts

An dieser Stelle arbeitete Matthias D. auf einer Anlegeleiter. Der benötigte Kraftaufwand brachte die Leiter seitlich zum Wegrutschen. Matthias D. verlor den Halt und stürzte auf den Betonboden.
An dieser Stelle arbeitete Matthias D. auf einer Anlegeleiter. Der benötigte Kraftaufwand brachte die Leiter seitlich zum Wegrutschen. Matthias D. verlor den Halt und stürzte auf den Betonboden.

D./Nordrhein-Westfalen. – „Für Matze ist es das Aus als Sportler. Fußball, Rudern, Kite-Surfen, kann er alles abhaken“, fasst Kollege Andreas L. (32) den Unfall zusammen. „Die Ärzte sagen, er wird nur mühsam wieder laufen lernen. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Absturz aus 1,50m zu so krassen Verletzungen führen kann.“

Eigentlich war es eine Kleinigkeit, die Schlosser Matthias D. (25) zu erledigen hatte. Am Hydraulikschlauch eines Kegelbrechers sollte ein Scheuerschutz befestigt werden. Die Montagestelle befand sich in 3m Höhe. Also machte sich Matze auf die Suche nach einer Leiter. Er entschied sich für eine Anlegeleiter. Die lehnte er gegen das Schutzgitter des Zuführbandes. Mit Gummiunterlage, Schlauchschellen und Werkzeug machte er sich auf den Weg nach oben. Erst einmal versuchte Matze den Scheuerschutz unter den Schlauch zu schieben. Dafür brauchte er viel Kraft. Um die Hände freizuhaben, drückte Matze den Schlauch mit der Schulter nach oben. Dabei bewegte sich sein gesamter Körper – und die Leiter auch.

„Es war, als hätte die Leiter plötzlich Beine bekommen.“
Andreas L. (32)

Matze spürte das seitliche Wegkippen. Er ließ alles fallen, was er in den Händen hielt und versuchte noch gegenzusteuern – doch vergeblich. Die Leiter krachte mit großer Wucht auf den Betonboden. Und Matze schlug daneben auf. Dabei brach er sich Handgelenk, Hüfte und zwei Wirbel. Eine Katastrophe für ihn als Sportler.

„Wer auf Leitern arbeitet, sollte unbedingt den benötigten Kraftaufwand bedenken“, so der zuständige technische Leiter. „Herr D. versuchte mit der Schulter den Hydraulikschlauch anzuheben. Die aufgewandte Kraft brachte die Leiter seitlich zum Wegrutschen. Die Leiter hätte entweder festgebunden oder zusätzlich im Fußbereich gegen Wegrutschen gesichert werden müssen. Für diese Arbeiten wäre eine Podestleiter wesentlich geeigneter gewesen.“

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BAUZ Zeitung Seite 5

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