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Betonpumpenfahrer stürzt beim Übersteigen 3 m tief

Von Leiter mitgerissen

Sturz von Rohbau. Beim Übersteigen rutschte die Leiter weg. Sie stand auf einer Metallplatte.
Sturz von Rohbau. Beim Übersteigen rutschte die Leiter weg. Sie stand auf einer Metallplatte. Unfall wurde nachgestellt.

K./Niedersachsen. – „Ich hab’ nur den Schrei gehört und bin losgelaufen“, berichtet Bauarbeiter Karl S. (32). „Als ich um die Ecke kam, sah ich den Kollegen am Boden liegen. Seine Beine waren seltsam mit der Leiter verknotet. Erst dachte ich, er hätte sich sämtliche Knochen gebrochen.“

Flemming H. (43) ist Betonpumpenfahrer. Zu seinen Aufgaben gehört es, auf Baustellen vor Ort zu pumpen. Dabei muss er den Überblick behalten. Dafür braucht er einen erhöhten Standplatz um von dort aus den Arbeitsbereich voll einsehen zu können.

Schwerpunktverlagerung kann bei falschem Untergrund eine Gefahr sein.

Am Unfalltag hatte sich Flemming für einen Rohbau als Standplatz entschieden. Also holte er sich eine Anlegeleiter und stellte sie auf dem lehmig-kiesigen Boden auf. Doch das war ihm nicht standsicher genug. Deshalb suchte er sich eine Metallplatte und legte sie unter die Leiterfüße. Mit der Funkfernsteuerung der Pumpe um den Bauch kletterte er die Leiter hoch. Alles schien sicher wie immer. Doch dann kam der Moment des Übersteigens. Als Flemming den seitlichen Schritt auf die Geschossdecke machte, ging plötzlich ein Ruck durch die Leiter. Schlagartig rutschte sie von der Platte, sackte nach unten und kippte zur Seite um.

Die Standsicherheit der Leiter stimmte nicht.

„Durch die Schwerpunktverlagerung kippte die Leiter.“

Flemming konnte sich nicht mehr rechtzeitig auf die Geschossdecke retten. Er wurde rückwärts von der Leiter mitgerissen und stürzte 3 m in die Tiefe. Halb in, halb unter der Leiter blieb er bewusstlos liegen. „Zum Glück fiel der Kollege in ein Kiesbett“, so Bauarbeiter Karl S. „Obwohl es nicht danach aussah, kam er mit Prellungen und Stauchungen davon.“

„Die Unfallanalyse ergab, dass Herr H. die Leiter im richtigen Winkel aufgestellt hatte und diese auch ordnungsgemäß einen Meter über die Ausstiegsstelle rausragte. Doch die Standsicherheit unten stimmte nicht“, so der Betriebsleiter. „Die Metallplatte als Unterlage war aufgrund der glatten Oberfläche nicht rutschsicher.

Als Herr H. beim Übersteigen sein Gewicht verlagerte, führte das zu einer ruckartigen Belastung der Leiterfüße. Die Leiter rutschte über den Rand der Platte und Herr H. stürzte ab.

Kurz & knapp

  • Tätigkeit bedenken
  • Untergrund prüfen
  • Geeignete Leiter auswählen und standsicher aufstellen, ggf. durch eine zweite Person sichern
  • Funkfernsteuerung vor dem Betreten von Leitern sichern; Tragegurte müssen eng anliegen

Kontextspalte

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.