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Förderpreis 2013

Arbeit – Sicherheit – Gesundheit

Logo des Förderpreises

Bereits zum 16. Mal wurde der „Arbeitsschutz-Oscar“ verliehen. In der Alten Oper in Frankfurt/Main zeichnete die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) Männer und Frauen aus, die clevere Ideen für sicheres Arbeiten entwickelten.


Förderpreis

Das Warnsystem „Keeper-Beeper“

Der Arbeiter benutzt den "Keeper-Beeper"
Doppelte Aufmerksamkeit: Der "Keeper" warnt den Fahrer in der Kabine. Der "Beeper" schlägt Alarm am Mann.
Zu sehen sind die sieben Erfinder des "Keeper-Beeper"
Peter Neefs, Alfons Berger (beide BAM), Dominik Gerstel, Dr. Andreas Lewandowski, Michael Buchberger (BAM), Prof. Dr. Christian Wietfeld und Volker Köster (v. li.).

Bayerische Asphalt-Mischwerke GmbH & Co. KG, Brunntal Comnovo GmbH i. G. TU Dortmund Lehrstuhl für Kommunikationsnetze

Kamerasysteme an Erdbaumaschinen helfen dem Fahrer, nicht einsehbare Bereiche zu überwachen. Doch es handelt sich um ein passives System, bei dem der Fahrer alles im Blick haben muss. Für aktive Personensicherheit haben Mitarbeiter der TU Dortmund und der Bayerischen Asphalt-Mischwerke (BAM) den "Keeper-Beeper" entwickelt, ein zweiteiliges, auf Funk basierendes Warngerät. Der "Keeper" wird in der Fahrerkabine der Erdbaumaschinen installiert, den "Beeper" tragen alle Mitarbeiter, die sich im Arbeitsbereich der Maschine aufhalten. Bei Gefahr blinken, piepen und vibrieren beide Geräte. Für diese Entwicklung gab es den Förderpreis 2013 der Branche Baustoffe - Steine - Erden.

Der "Kepper-Beeper" erkennt den Arbeiter hinter der Mauer
Mit dem „Keeper-Beeper“ gibt es keine toten Winkel mehr. Mitarbeiter hinter Mauern, Halden oder anderen Hindernissen werden zuverlässig erkannt.

Sonderpreis

Prüfung per Schall

Ein Messsystem zur dauerhaften Überwachung des Förderstroms
Das akustische Messsystem überwacht den Förderstrom dauerhaft. Dank der Online-Erfassung können Veränderungen der Qualität zeitnah korrigiert werden.

TU Clausthal Lehrstuhl für Tagebau und intern. Bergbau, Clausthal-Zellerfeld, Heeren-Herkener Kiesbaggerei GmbH

Wenn mineralische Schüttgüter hergestellt werden, muss die Aufbereitung exakt gesteuert werden. Die richtige Korngrößenverteilung ist für die Qualität besonders wichtig. Bisher wurden Proben per Hand aus dem laufenden Förderstrom entnommen. Das war gefährlich und gesundheitsgefährdend. Gemeinsam mit der Heeren-Herkener Kiesbaggerei hat die TU Clausthal ein akustisches Messsystem entwickelt, das die Korngrößen per Schall misst. Es ermöglicht die Überwachung der Produktqualität und eine Onlinesteuerung der Anlage. Die Entwickler bekamen dafür einen Sonderpreis.


Sonderpreis

Am längeren Hebel

Henning Baumert (li.) und Jürgen Beziel zeigen den verlängerten Öffnungshebel
Henning Baumert (li.) und Jürgen Beziel zeigen den verlängerten Öffnungshebel. Standort beim Öffnen und Drehpunkt sind nach links verlagert.

Norddeutsche Naturstein GmbH, Flechtingen 

Die Wartung von Kreiselbrechern bei einer Störung kann gefährlich sein. Ist der Brecher überfüllt, fallen Mitarbeitern beim Öffnen der Wartungsklappe Gesteinsbrocken auf Beine und Füße. Henning Baumert und Jürgen Beziel von der Norddeutschen Naturstein GmbH entschärften den Gefahrenpunkt, indem sie den Standort der Mitarbeiter beim Öffnen veränderten. Dafür wurde der Öffnungshebel verlängert, statt an der Wartungsklappe am Brecher befestigt, und der Drehpunkt nach links verlegt. So lässt sich die Klappe leichter öffnen, Beine und Füße sind sicher. Für diese Lösung gab es einen Sonderpreis 2013.


Gemeinsamer BG RCI-Förderpreis

Fit auch im Alter

Jörg Even und Norbert Pastuschek beim Fitnesstraining
Jörg Even und Norbert Pastuschek sorgen zusammen mit dem Trainer Carsten Hahn für ihre eigene Fitness und die der Kollegen.

ExxonMobil Production Deutschland GmbH, Betriebsbereich Gas-West, Großenkneten Hahn-Training-Systems TM, Witten

Bei ExxonMobil wird mit gesundheitsgefährdenden, brennbaren gasförmigen Stoffen gearbeitet. Im Notfall müssen qualifizierte Mitarbeiter unter schwerem Atemschutz für Sicherheit sorgen. Für ältere Arbeitnehmer oft ein Problem, weil die Fitness den Anforderungen nicht mehr entspricht. Doch das Erfahrungswissen älterer Mitarbeiter ist enorm wichtig. Deshalb entwickelten Jörg Even und Norbert Pastuschek mit dem externen Trainer Carsten Hahn ein Fitnessprogramm, das auf jeden Mitarbeiter persönlich zugeschnitten ist. Bereits nach drei Monaten hatten sich Fitness und Blutdruckwerte bei 80 % der Teilnehmer verbessert, mehr als der Hälfte gelang das Abnehmen. Das Projekt wurde mittlerweile auf die gesamte Belegschaft ausgeweitet. Damit hat es den Gemeinschaftspreis der BG RCI verdient.

Kontextspalte

BAUZ Zeitung Seite 11

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.