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Mangelnde Planung und Abstimmung bei Arbeiten am Brecher

Zugeschnappt

Mangelnde Planung und Abstimmung  bei Arbeiten am  Brecher
Mangelnde Planung und Abstimmung bei Arbeiten am Brecher. Die Pfeile kennzeichnen die verschiedenen Standorte der Beteiligten.

K./Bayern. – Auch mobile Brech­anlagen schwächeln mal. Wenn der richtige „Biss“ fehlt, müssen die Verschleißplatten im Brechmaul gewechselt werden. Eine Aufgabe für mehrere Beteiligte. Doch was passiert, wenn im Vorfeld nicht klar ist, wer die Arbeiten anleitet, überwacht und welche Informationen für alle wichtig sind?

Das Reparaturteam war zu dritt. Die Schlosser Reinhard F. (34) und Stefan S. (31) und der Anlagenfahrer Racik Z. (42) waren eingeteilt und unterwiesen. Jeder kannte die Vor­gehensweise. Laut Bedienungsanleitung des Herstellers muss die Anlage bei derartigen Tätigkeiten abgeschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert werden. Auch das war allen Beteiligten bekannt. Die Schwierigkeit dabei: Bei abgeschaltetem Motor steht kein Strom für Hilfsarbeiten zur Verfügung. Deshalb war das eingesetzte Reparaturfahrzeug mit einem Stromaggregat ausgestattet. Die Arbeiten waren fast abgeschlossen, da wurde ein Schneidbrenner benötigt. Schlosser Stefan S. fuhr mit dem Werkstattfahrzeug weg. Damit fehlte Strom. Stefan S. schaltete deshalb den Motor des Brechers ein. Jetzt konnte er im Brechmaul die Flex einsetzen. Durch den laufenden Motor war auch der Hydraulikantrieb wieder einsatzbereit.

Anlagenbediener Racik Z. glaubte, die Schlosser wären fertig und begann mit der Einstellung der  Spaltweite. Von seiner Position aus hatte er weder Sicht- noch Rufkontakt – da ja der Motor lief. Beim Zusammenfahren der Brechbacken hörte er plötzlich einen Schrei, woraufhin er diese sofort wieder auseinanderfuhr. Stefan S. wurde mit seinem linken Fuß im Brechmaul eingequetscht.

Blick von oben in  das Brechmaul
Blick von oben in das Brechmaul

„Es wurde bei laufen­dem Motor gearbeitet, entgegen der Betriebsanleitung.“

Die zuständige Aufsichtsperson fasste den Unfall so zusammen: „Ursache war eine mangelnde Abstimmung zwischen den Beteiligten. Es war kein direkter Aufsichtsführender benannt, der die Arbeiten anleitete und überwachte. Das hätte vorher bedacht werden müssen. Der Anlagenführer begann mit den Einstellarbeiten des Backenbrechers, ohne sich zu vergewissern, dass sich keine Personen mehr im Gefahrbereich aufhalten. Es wurde bei laufendem Motor gearbeitet – entgegen der Herstelleranweisung in der Betriebsanleitung.

Für zukünftige Fälle wurde festgelegt, dass sich vor Wiedereinschalten der Anlage bei/nach Reparaturarbeiten alle Beteiligten beim Anlagenfahrer zu melden haben.

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BAUZ Zeitung Seite 6

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