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Eingequetscht zwischen Kran und Band!

Bis einer schreit

Links sieht man die Siebstation und rechts den Brecher
Links sieht man die Siebstation und rechts den Brecher

K./Niedersachsen. – Eine Recyclinganlage aufbauen? Kein Problem für die Kollegen Radek H. (37), Manuel T. (28) und Gerd P. (52). Jeder kannte seine Aufgabe. Die Verantwortlichkeiten waren geregelt.

Zwischen Brecher und Siebstation sollte das Förderband eingepasst werden. Als erfahrener Kranbediener hatte Gerd zunächst für optimale Standsicherheit seines Autokrans gesorgt. Keine einfache Sache in dem matschigen Gelände. Parallel zum Einbauort des Förderbandes platzierte er den Autokran. Radek befand sich auf dem Siebdeck. Er war für das Führen des Bandes beim genauen Einpassen des Bandkopfes oben zuständig. Und für die Zeichen an Gerd während dieser Phase. Manuel sollte unten das Band führen. Mit Feingefühl steuerte Gerd das Ungetüm mit einer Rechtsdrehung des Kranes in Richtung der vorgesehenen Position. Radek konzentrierte sich darauf, dass das Band nicht ins Pendeln gerät und nirgendwo anstößt. Manuel führte die Last unten mit seiner linken Hand. Dabei ging er rückwärts, schaute sich immer wieder um wegen möglicher Stolperfallen. Was er dabei nicht bemerkte: Das Band lief nicht mehr parallel zum Kran, sondern leicht schräg.

„Was ich nicht sah: Manuel steuerte direkt auf die Falle zu“
Radek H. (37)

So kam es zum Unfall

Von seinem Platz aus hatte Radek nur eingeschränkte Sicht auf Manuel. Und Gerd hatte nur Radek und seine Zeichen im Blick. Niemand bemerkte, dass Manuel immer weiter auf die Engstelle zwischen Kranstütze und Band zuging. Plötzlich ein gellender Schrei. Und Schock bei den Kollegen. Zu spät steuerte Gerd gegen. Da war Manuels linker Arm schon eingequetscht.

„Das Einpassen eines Förderbandes ist Filigranarbeit“, so die zuständige Sicherheitsfachkraft. „In diesem Fall hätte man einen Koordinator gebraucht, der beide Lastenführer oben und unten im Blick hat, gleichzeitig die Last beobachtet und Zeichen an den Kranbediener gibt. Außerdem sind solche Lasten nicht mit der Hand zu führen. Dafür gibt es Leitseile und Ziehhaken.“

Kontextspalte

BAUZ Zeitung Seite 7

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