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Lärmschwerhörigkeit – die unterschätzte Gefahr

„Bei dir piept’s wohl!“

Lärmschwerhörigkeit – die unterschätzte Gefahr
Foto: iStockphoto

„Geiler Sound!“ Aus dem Kopfhörer des Auszubildenden wummert und kreischt es. Die Ohren müssen dabei Lautstärken bis über 100 dB(A) aushalten – wie beim Arbeiten mit einer Handkreissäge. Trotz der enormen Lautstärke wird die Musik vom MP3-Player als Wohlklang wahrgenommen – warum also leiser machen?


Experten nehmen an, dass bereits bei etwa jedem vierten Jugendlichen das Gehör durch Lärm geschädigt ist. Hauptursache: Freizeitlärm durch MP3-Player, Konzert- und Clubbesuche. Bis zu einer knappen Stunde in der Woche machen das die Ohren mit. Wer häufiger solche Lautstärken „genießt“, riskiert langfristige Hörschäden. „Ein Drittel der Jugendlichen wird nach neuesten Erkenntnissen mit 50 Jahren wahrscheinlich ein Hörgerät benötigen“, schätzt Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Präsidiumsmitglied des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte. Lärmschwerhörigkeit gehört schon jetzt zu den am häufigsten anerkannten Berufskrankheiten. Infolge einer Lärmschwerhörigkeit kann es auch zu lästigen Ohrgeräuschen wie Pfeifen, Brummen, Piepen kommen. Für die gibt es leider noch keine wirklich erfolgreiche Therapie.

Ob im Beruf oder in der Frei­zeit – die Ohren sind ständig im Einsatz. Sie nehmen die Schallwellen auf und geben entsprechende Signale ans Gehirn weiter. Im Innenohr sind dafür ungefähr 20.000 Haarzellen zuständig. Ab einer gewissen Lautstärke schädigt Lärm die Haarzellen im Innenohr. Erst verlieren sie an Empfindlichkeit, dann sterben sie ab. Sind sie einmal kaputt, erholen sie sich nicht wieder. Deshalb ist Lärmschwerhörigkeit nicht heilbar. Wer schlecht hört, wird in Unterhaltungen schnell ausgegrenzt. Gespräche werden mühsam. Schwerhörige oder Ertaubte sind verständlicherweise oft misstrauisch, weil sie nicht wissen, worüber die Menschen sprechen, die sie umgeben. Es wird als trennend erlebt, wenn das Hören plötzlich stark eingeschränkt ist oder sogar ganz wegfällt.

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BAUZ Zeitung Seite 4

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