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CM Transportbeton GmbH & Co. KG

Die Rettungs­übung zeigt es

Wer das Gütesiegel „Sicher mit System“ der BG RCI haben möchte, muss alle arbeitsschutzrelevanten Abläufe seines Betriebes vereinheitlichen und klar und eindeutig regeln. Verantwortliche sind zu benennen und zu qualifizieren. Im Rahmen dieses Prozesses initiierte die CM Transportbeton GmbH & Co. KG Rettungsübungen in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Chemnitz. Die Übungen brachten wichtige Erkenntnisse.

Ein Dummy wird aus dem Silo geborgen

Alarm! Ein Verletzter (Dummy) musste aus dem Silo geborgen werden. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr und ihre Höhenrettungsgruppe rückten an. Vor Ort verschafften sie sich ein Bild von der Lage und legten den Ablauf der Rettung fest. Auch der Rettungsdienst war mit beteiligt. Der Dummy lag in der Silotasche auf dem losen Sand – vermutlich reingefallen.Anschlagpunkte für die Abseil- und Bergungstechnik wurden gesucht. Dann stiegen zuerst ein Rettungsassistent mit Ausbildung für den Höhenrettungsdienst und dann seine zur technischen Durchführung der Rettung erforderlichen Kollegen ein. Mit der Rettungstrage wurde der Dummy nach oben gezogen – Handarbeit! Über den Laufsteg wurde der  Verletzte nach unten getragen. Vor dem Krankenwagen war die Übung beendet. Der Zugführer der Feuerwehr wertete die Übung aus.

Bergung eines verschütteten Dummys

Wenige Tage später wieder Alarm! Dieses Mal: Bergung eines im losen Sand einer Lagerbox Verschütteten. Die ungefähre Lage zeigte ein Verkehrskegel an. Die alarmierte Feuerwehr rückte mit einem Spezialcontainer an. Mithilfe sogenannter Nürnberger Ringe gruben sie sich nach unten , ohne dass der Sand nachrutschte. Dabei wurden verschiedene Grabgeräte ausprobiert. Am besten ging es mit einem Spieleimer! Der gehört jetzt zur Standardausstattung. Es zeigte sich, dass man die Ringe genau mittig über den Verschütteten ansetzen muss. Sonst kann man nur einen Teil des Körpers freilegen, da der unterste Teil des Rings dann auf dem Körper (hier die Beine) aufsetzt. Das Problem: Die Lage eines vollständig Verschütteten kennt man nicht.

Höhenrettungsdienstes der Berufsfeuerwehr Chemnitz
Ein Verletzter muss aus einem Mehrkammerhochsilo geborgen werden

Zwei Jahre später in einem anderen Betriebsteil. Alarm! Ein Verletzter muss aus einem Mehrkammerhochsilo geborgen werden. Das „Unfallopfer“ ist der Ausbildungsleiter des Höhenrettungsdienstes bei der Berufsfeuerwehr Chemnitz. Die alarmierte Feuerwehr und der Rettungsdienst rücken an und steigen zum Turm hinauf. Der Verunfallte liegt in ca. 10 Meter Tiefe in einer Silotasche. Die Rettungstrage soll eigentlich  in waagerechter Lage aus dem Silo gehoben werden. Doch dann das Problem: Die obere Öffnung des Silos ist zu klein. Also muss die Trage wieder herabgelassen und dann nahezu senkrecht aufgerichtet werden. Dann klappt es. Als die Trage mit dem „Unfallopfer“ auf dem Laufsteg abgesetzt wird, ist die Übung beendet. Im Normalfall wäre die Rettungstrage mit der Drehleiter noch nach unten befördert worden. Die Auswertung der Rettungsübung führte das „Unfallopfer“ gleich selbst vor Ort durch.

Die Rettung von Personen aus dem Silo sehr aufwendig
Der Ausbildungsleiter wurde gerettet

Arbeiten auf losem Material ist gefährlich und die Rettung von Personen aus dem Silo sehr aufwendig. Ein eingespieltes Team ist im Ernstfall wesentlich besser vorbereitet. Das kann lebensrettend sein. Insofern ist es gut, vorher in der Praxis zu proben, um Abläufe zu festigen. Ortskenntnis ist von Vorteil. So können die Rettungskräfte schnell an die Unfallstelle herangeführt werden. Und: In Silos darf nur mit einer Einfahreinrichtung unter Beachtung der Sicherheitsvorschriften gearbeitet werden.

Kontextspalte

BAUZ Zeitung Seite 13

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.