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Sattelzüge krachen aufeinander

Rutschpartie in den Tod

Die zwei Sattelzüge sind ineinander verhackt.

T./Niedersachsen. Schnee und Eis in Norddeutschland. Splitt wird überall dringend benötigt. Zwei Sattelzüge sollen im Pendelverkehr Streusalz fahren. Zum Tanken wollen die Fahrer Rafik L. (35) und Manuel (29) die betriebseigene Tankstelle nutzen. Diese liegt an einer abschüssigen Wegstrecke.

Sattelzug-Fahrer Rafik L: „Manuel und ich hatten unseren Einsatz sorgfältig vorbereitet. Immerhin war die Wetterlage besonders kritisch an dem Tag, mit zum Teil gefährlicher Straßenglätte. Ich weiß nicht die wievielte Fuhre wir machten, als die Tanknadeln gen Reserve gingen. Wir einigten uns, zur betriebseigenen Tankstelle zu fahren. Ich fuhr voraus, bis die Straße abschüssig wurde. Manuel hatte ich die Anweisung gegeben, oben zu warten, bis ich die Straßenlage gecheckt und einwandfrei unten angekommen war. Und dann erlebte ich mein blaues Wunder.“

Sattelzug außer Kontrolle
Die Straße war unter dem Schnee so stark vereist, dass Rafik seinen Sattelzug nicht mehr auf Spur halten konnte. Der Koloss geriet ins Rutschen. Mit viel Erfahrung gelang es Rafik, das schwere Fahrzeug vorsichtig nach links in die Böschung zu lenken. Doch bevor er aussteigen und seinen Kollegen warnen konnte, war es schon zu spät. Manuel hatte Rafiks Anweisung nicht beachtet. Statt zu warten oder einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu halten, war er dem vorausfahrenden Sattelzug unmittelbar gefolgt. Sein Fahrzeug war mit 25 Tonnen Splitt beladen, als er die Kontrolle verlor und frontal auf das Heck des stehenden Sattelzuges in der Böschung prallte. Durch die Wucht des Aufpralls bohrte sich der Auflieger ins Führerhaus, in dem Manuel eingeklemmt wurde.

Die sofort alarmierte Feuerwehr arbeitete fieberhaft, um Manuel möglichst schnell zu befreien. Erst wurde der Sattelzug mit Keilen gesichert. Dann zog ein Radlader den ersten Sattelzug vor, um Manuel zu bergen. Doch der Rettungshubschrauber musste unverrichteter Ding wieder abfliegen. Manuel war an der Unfallstelle verstorben.

Sicherheitsabstand
„Der tragische Unfall zeigt, dass auch Berufsfahrern bei niedrigeren Geschwindigkeiten und schwierigen Witterungsverhältnissen schwerwiegende Unfälle passieren können“, so die zuständige Aufsichtsperson der BG. „Hinzu kommt, dass mit den Fahrzeugen Streusalz für Dritte transportiert wurde, die eigenen Fahrwege aber unzureichend abgestumpft waren.Eine umsichtige Fahrweise und ausreichender Sicherheitsabstand hätten hier Leben retten können.“

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BAUZ Zeitung Seite 7

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