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Lkw-Fahrer übersieht Stauende

Reingebrettert

Beim Aufprall auf einen  stehenden Lkw am Stauende  durchschlugen die Betonfertig- teilplatten von hinten Mannis Führerhaus.
Beim Aufprall auf einen stehenden Lkw am Stauende durchschlugen die Betonfertigteilplatten von hinten Mannis Führerhaus.

L./Nordrhein-Westfalen. „Manni war mehr ­als 20 Jahre Lkw-Fahrer. Einer unserer zuverlässigsten. Einer unserer routiniertesten. Es ist unfassbar, dass er nicht mehr bei uns ist.“

Die Worte an die Belegschaft fallen dem Werksleiter sichtlich schwer. Denn Manfred W. (45) ist bei einem Auffahrunfall mit seinem Lkw tödlich verunglückt. Noch am frühen Morgen hatte Manni seinen mit Filigrandecken beladenen Lkw mit Anhänger sicher über die Autobahn gesteuert. Dann fuhr er zurück zu seinem Betrieb, um neue Ladung aufzunehmen. Dort legte er ordnungsgemäß eine halbstündige Pause ein. Dann holte er, wie vor jeder neuen Fuhre, die Ladepapiere ab. Und mit dieser neuen Ladung Filigrandecken ging es wieder ab auf die Autobahn. Mit gleichmäßiger Geschwindigkeit bis zu einer Baustelle, an der sich ein Stau gebildet hatte.


Eingeklemmt
Was genau in diesen Sekunden im Führerhaus passierte, bleibt allein Mannis Geheimnis. Sekunden, die über Leben und Tod entschieden. War er für ­einen ­Moment abgelenkt, als sein ­Handy summte? Suchte er etwas in den Papieren neben sich? Blendete ihn die tief stehende Sonne? Laut Untersuchungsbericht „fuhr der Lkw-Fahrer mit seinem mit Betonfertigteilen ­beladenen Lkw ungebremst in das Stauende. Dabei wurden zwei weitere Lkw ineinandergeschoben. Beim Aufprall rutschten die schweren Betonplatten nach vorn, durchschlugen die Rückseite des Führerhauses und klemmten den Fahrer ein.“ Eine Horrorvorstellung für jeden Berufskraftfahrer und seine Angehörigen. Die Rettungskräfte arbeiteten fieberhaft an dem völlig zerstörten Führerhaus, um den eingeklemmten Manni zu befreien. Doch dem Notarzt gelang es nicht mehr, Manni zu reanimieren.

Feuerwehr und Notärzte arbeiteten  fieberhaft daran, den eingeklemmten Manni zu befreien.
Feuerwehr und Notärzte arbeiteten fieberhaft daran, den eingeklemmten Manni zu befreien.

Notbremssysteme
„Unaufmerksamkeit der Fahrer, eine zu hohe Geschwindigkeit und zu geringer Abstand sind die drei entscheidenden Unfallursachen bei Auffahrunfällen von Lkw", so der zu­ständige Unfallsachverständige. „Auffahrunfälle sind in der Regel schwer. Zukünftig sollen Notbremssysteme für mehr Sicherheit sorgen, die im Wesentlichen mit Kamera und Infrarotlaser arbeiten. Wie ein Fächer breitet sich der Infrarotlaser vor dem Lkw aus und misst die Entfernung zu vorausliegenden Hindernissen. Die Kamera liefert gleichzeitig ein genaues Bild. Das System reagiert sowohl auf vorausfahrende als auch auf stehende Fahrzeuge. Durch die Kombination von Bild und gemessener Entfernung kann das System dem Fahrer ein Warnsignal geben. Erst wenn dieser nicht reagiert, greift das System ein und bremst das Fahrzeug selbstständig ab.“

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BAUZ Zeitung Seite 5

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