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Hydrauliköl schießt beim Schweißen aus Zylinder

Voll ins Gesicht

Hier versuchte Matthias ein  Aufsatzblech zu verschweißen, um das Leck zu verschließen.
Hier versuchte Matthias ein Aufsatzblech zu verschweißen, um das Leck zu verschließen. (Foto: Fotolia)

M./Mecklenburg-Vorpommern. Beim Radlader gab’s immer mal wieder Leckagen am Hydraulikzylinder. Deshalb sollte Betriebsschlosser Matthias D. (34) dort ein Aufsatzblech verschweißen. Doch die Arbeiten waren laut Bedienungsanleitung des Herstellers untersagt.

„Matze führt eigentlich alle Metallarbeiten in unserem Unternehmen durch. So auch an dem leckenden Radlader“, berichtet sein Kollege und Radladerfahrer Frank J. (37). „Ich hatte den Radlader zur Reparatur vor die Betriebswerkstatt gefahren und die Schaufel auf die Spitze gestellt. Das sollte den Hydraulikdruck im Zylinder  weitgehend abbauen bzw. so gering wie möglich halten.“

Ein brennender Strahl
Matthias sollte ein Aufsetzblech am Leck verschweißen, um den Riss endgültig zu verschließen. Und so begann er mit der Reparatur. Er zündete den Brenner des Schweißgerätes und nahm den Schutzschild in die Hand. „Ich hörte plötzlich einen gellenden Schrei und sah, wie Hydrauliköl aus dem Zylinder herausspritzte und sich in einer Stichflamme entzündete“, erzählt Frank. „Blitzschnell drehte sich Matze samt Schutzschild zur Seite. Ein fataler Fehler. Denn seine linke Gesichtshälfte blieb damit ungeschützt. Der brennende Strahl traf ihn genau dort. Ich leitete sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen ein. Aber es hatte ihn ganz schön schlimm erwischt.“

Fachfirmen sind gefragt
„Der unkontrollierte Austritt von Hydrauliköl ist eine mögliche Gefährdung bei Arbeiten an Hydraulikzylindern“, so die Sicherheitsfachkraft. Was Matthias D. nicht bedachte: Die Schweißarbeiten erhitzten nicht nur den zu schweißenden Zylinder, sondern auch das im Zylinder verbliebene Hydrauliköl. Das suchte sich eine Möglichkeit zu entweichen und entflammte. Laut Betriebs- bzw. Bedienungsanleitung waren die Reparaturarbeiten nicht erlaubt. „Derartige Schweißarbeiten dürfen nur von autorisierten Fachfirmen durchgeführt werden", so die Sicherheitsfachkraft. „Herr D. hätte sich außerdem rückwärts von der Stichflamme entfernen müssen, um den vollen Schutz des Schutzschildes nutzen zu können.“

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BAUZ Zeitung Seite 10

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