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Brand bei Schweißarbeiten

„Feuer, Feuer!“

Krasser Brandschaden: Innerhalb weniger Minuten zerstörte das Feuer wichtige Maschinen, Roboter, Kabel etc.
Krasser Brandschaden: Innerhalb weniger Minuten zerstörte das Feuer wichtige Maschinen, Roboter, Kabel etc.

H./Niedersachsen. Eine kleine Schweißperle löste einen verheerenden Brand in einem Betonfertigteilwerk aus. Und verursachte einen Schaden von fast 1 Million Euro.

„Eine Doppelwandanlage soll brennen können? Niemals. Dieser Meinung war ich, bevor die Schweißarbeiten am Laufsteg im Bereich des Aktivlagers unserer Abschalungen begannen“, erzählt Betriebsleiter Klaus L. (48). Dieser Bereich ist immer mit Trennmittel benetzt, da die Abschaler durch eine Reinigungsmaschine laufen und innen eingeölt werden. Bei der wöchentlichen Reinigung wird altes Ölbindemittel aufgenommen und neues verteilt.

Heißarbeiten
„Unser Schlosser Jens D. (32) hatte den Arbeitsbereich vor dem Schweißen noch mal im Umkreis von ca. 2m gereinigt. Zusammen mit seinem Vorgesetzten füllte er einen Erlaubnisschein für Schweißarbeiten aus“, erzählt Klaus. Und dann begann er mit dem Schweißen. „Als ich die Rufe ‚Feuer! Feuer!’ hörte, sah ich die Kollegen schon zu den Feuerlöschern rennen. Eine größere Fläche hatte sich entzündet. Wir sprühten sofort alle zehn Feuerlöscher aus unserer Halle in den Brandherd, jedoch ohne Erfolg. Zum Glück war die Feuerwehr innerhalb von 8 Minuten vor Ort und löschte den Brand in kürzester Zeit.“

Der aggressive Ruß drang tief in die Anlagenteile ein.
Der aggressive Ruß drang tief in die Anlagenteile ein.

Schäden und Spätfolgen
Doch diese Zeit reichte aus für einen Schaden mit verheerendem Ausmaß. „Eine Woche konnten wir gar nicht produzieren“, erzählt Klaus. „Danach nahmen wir die Produktion mit erheblichen Einschränkungen wieder auf. Erst nach und nach kamen wir auf die gewünschte Leistung. Man muss sich das mal vorstellen: Alle Maschinen, Roboter, Schaltschränke usw. müssen zerlegt und gereinigt werden. Der aggressive Ruß, der durch das Verbrennen von Kabeln und Kunststoffteilen entstand, drang tief in die Anlagenteile. Und natürlich mussten wir Fertigteile bei unserem Mitbewerber zukaufen, um unsere Kunden termingerecht beliefern zu können. Außerdem besteht immer noch die Gefahr von gesundheitlichen Spätfolgen. “

„Der Brand entstand, weil eine Schweißperle in einen Kabelkanal fiel und sich in eine Luftleitung einbrannte“, erläutert die zuständige Aufsichtsperson der BG. „Die ausströmende Luft ent-hielt auch Anteile von Pneuma-tiköl. Dieses Gemisch entzündete sich sofort und setzte die nähere Umgebung in Brand.“

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BAUZ Zeitung Seite 10

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