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Gefahr am Bahnübergang

Wenn zwei sich treffen

Das Auto ist nur noch ein Wrack nach dem Zusammenstoß

Ferdinand G. (32) hatte gerade seinen Sohn im Kindergarten abgesetzt, als er von einem Regionalexpress erfasst und in seinem Volvo Kombi 750 Meter mitge­schleift wurde.

Auch an diesem Morgen nahm Ferdinand G. die Abkürzung durch die Feldmark zu seiner Arbeitsstelle in einer ­Recyclinganlage. Keine Ampeln, kein Berufsverkehr. Wie immer war er spät dran. Beim Einbiegen auf die Hauptstraße sah er die Wechselblinklichter am Bahnübergang. „Verflucht, auch das noch“, dachte er und trat aufs Gaspedal. Die Halbschranke senkte sich nach unten. Doch Ferdinand beschleunigte weiter. Vor ihm war alles frei. Als er an der Halbschranke links vorbeiraste, war es schon zu spät. Ein Regionalexpress fuhr mit 70 km/h heran und fegte Ferdinand von den Gleisen. Zehn Tage später wachte er endlich im Krankenhaus wieder auf. So lange hatten ihn die Ärzte in ein künstliches Koma versetzt. Der Regionalexpress hatte seinen Volvo Kombi auf der Beifahrerseite erfasst und 750 Meter mitgeschleift. Ferdinand erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, einen Halswirbelbruch und mehrere Rippenbrüche. Glücklicherweise hatte der Zug sein Tempo gedrosselt, um den nahe gelegenen Bahnhof anzufahren. Sonst wäre Ferdinand wohl nicht mehr am Leben. Der Lokführer und die Zugpassagiere erlitten einen Schock.

An Bahnübergängen ereignen sich immer wieder tragische Unfälle mit schlimmen Folgen. Dabei ist die Regel ganz einfach: Die Bahn hat immer Vorrang. In den meisten ­Fällen sind Unachtsamkeit oder Leichtsinn die Gründe. Wer Gefahrzeichen, Lichtsignale oder Halbschranken miss-achtet, riskiert sein eigenes Leben und gefährdet leicht­sinnig andere.

Ein Bahnübergang
Foto: Fotolia

So kommen Sie sicher drüber:

  • Nähern Sie sich langsam dem Bahnübergang (maximal 50 km/h). Seien Sie bremsbereit.
  • Überholen Sie nicht.
  • Das Andreaskreuz signalisiert „Dem Schienenverkehr Vorrang gewähren“.
  • Überblicken Sie die Bahnstrecke nach beiden Seiten.
  • Achten Sie auf akustische Signale der Bahn. Stellen Sie das Radio leise.
  • Halten Sie an, wenn sich ein Zug nähert.
  • Kann der Bahnübergang wegen eines Rückstaus nicht zügig überquert werden, muss vor dem Andreaskreuz angehalten werden.

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BAUZ Zeitung Seite 9

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