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Sturz rückwarts vom Förderband

Uaaaaaaaaaah ...!

Hier brach Florian M. rückwärts durch das Geländer des Laufstegs und stürzte in die Tiefe.
Hier brach Florian M. rückwärts durch das Geländer des Laufstegs und stürzte in die Tiefe.

H./Niedersachsen. „Wir standen auf dem Laufsteg des Förderbandes. Dort sollten wir die Halterung einer Untergurtrolle lösen“, berichtet der Auszubildende Louis P. (22). „Doch die Schraubverbindung war eingerostet.“ Nach vergeblichen Versuchen nahm Betriebsschlosser Florian M. (37) seinen Fuß zu Hilfe, um Druck auf den Ringschlüssel auszuüben. „Er setzte sich auf die Knieleiste des Geländers. Und dann sah ich nur noch, wie er das Geländer durchbrach und rückwärts etwa 4,5 m in die Tiefe stürzte“, erinnert sich Louis P. Was war passiert?

Rollenwechsel
Am Unfalltag erhielt Florian M. den Auftrag, zusammen mit dem Auszubildenden Louis P. am Förderband eine Untergurtrolle zu wechseln. Die neuen Rollen hatten längere Wellen. Das hieß, die Rolle musste nicht nur ein- und ausgehängt werden. Auch die Schraubverbindungen mussten in ihrer Halterung gelöst und neu justiert werden. Doch die Halterungen waren eingerostet. „Zunächst versuchten die Kollegen es mit Rostlöser“, so der Betriebsleiter. „Dann kamen die Schraubenschlüssel zum Einsatz, wobei Louis P. beide Schraubenschlüssel hielt. Florian M. versuchte dann, mit dem Fuß eine erhöhte Kraft aufzubringen. Dazu setzte er sich auf die Knieleiste des Laufsteggeländers.“

Das stark verrostete Rohrende der Knieleiste
Das stark verrostete Rohrende der Knieleiste
Nachgestellt: Florian M. lehnte seinen Körper gegen die Knieleiste und drückte mit seinem Fuß auf den Schraubenschlüssel. Dann brach er rückwärts durch das Geländer.
Nachgestellt: Florian M. lehnte seinen Körper gegen die Knieleiste und drückte mit seinem Fuß auf den Schraubenschlüssel. Dann brach er rückwärts durch das Geländer.

Der Rost lauert im Rohr
Was er nicht wissen und nicht sehen konnte: Die Knieleiste war im Bereich der Schweißnaht innen und an der Seite durchgerostet. Der Farbanstrich täuschte über den tatsächlichen Zustand hinweg. Die plötzliche Krafteinwirkung und vielleicht auch die 100kg von Florian gaben der maroden Knieleiste den Rest. Sie riss von der rechten Stütze ab. Florian brach nach hinten durch das Geländer und schlug auf dem mit großen Steinen übersäten Boden auf. „Dass er sich dabei „nur“ am Kopf verletzte, grenzt an ein Wunder“, so die  zuständige Aufsichtsperson der BG. „Der Unfall zeigt, dass die betriebseigenen Kontrolleure die Durchrostung der Knieleiste bei der Inspektion nicht erkennen konnten. Alte Geländer an Laufstegen – hier waren es 30 Jahre – sollten vorsorglich erneuert werden. In jedem Fall müssen Mitarbeiter die Augen offen halten und Meldung an ihren Vorgesetzten machen, wenn ihnen mangelhafte Stellen an Förderbändern und Verkehrswegen auffallen.“

Kontextspalte

BAUZ Zeitung Seite 7

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