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Absturz auf das laufende Band

Eingeklemmt im Aufgabetrichter

Nachgestellt: Hier kletterte Kai auf die Konstruktion am Trichter, rutschte ab  und fiel auf  das laufende Band.
Nachgestellt: Hier kletterte Kai auf die Konstruktion am Trichter, rutschte ab und fiel auf das laufende Band.

T./Bayern. Wenn Gerätefahrer Kai H. (34) aus dem Muldenkipper steigt, sieht man seine Einschränkung. Das rechte Bein „schleift“ beim Gehen. Folge eines Unfalls am Förderband.

Mit den Füßen voran
Kai beschickte die Brechanlage mit dem Muldenkipper. Dabei bemerkte er eine Störung. Das Brecheraustragsband stand still, das Abzugsband lief. Kai vermutete deshalb eine Störung im Trichter. Also verließ er den Muldenkipper und kletterte auf die Konstruktion am Aufgabetrichter. Ohne seinem Schichtleiter Bescheid zu sagen. Und ohne das Abzugsband stillzusetzen. Dabei rutschte er ab und fiel mit den Füßen voran auf das laufende Band.

„Als ich zum Schichtende noch einen Betriebsrundgang machte, bemerkte ich erst den abgestellten  Muldenkipper. Und dann hörte ich Kai um Hilfe rufen“, berichtet der Leiter des Steinbruchs. „Kai wurde unter den Aufgabetrichter gezogen. Dort habe ich ihn dann so eingeklemmt gefunden. Ich habe sofort die Not-Aus-Reißleine gezogen und die Erste Hilfe eingeleitet. Kai war an beiden Beinen schwer verletzt.“

Nachgestellt: Kai wurde mit beiden Beinen unter den Aufgabetrichter gezogen. Zu seiner Bergung musste die gesamte Konstruktion angehoben werden.
Nachgestellt: Kai wurde mit beiden Beinen unter den Aufgabetrichter gezogen. Zu seiner Bergung musste die gesamte Konstruktion angehoben werden.
Brechanlage mit Landband
Brechanlage mit Landband

Sicherer Stand ist lebenswichtig
„Eigentlich ist es üblich, dass die Kollegen mich bei Störungen informieren“, so der verantwortliche Schichtleiter Hubert V. (51). „Auch Kai war mit einem Funkgerät ausgestattet. Doch er kletterte ohne Arbeitsauftrag und ohne Absprache bei laufendem Band auf die Trichterkonstruktion. Ein fataler Fehler.“

Wer an Förderbändern arbeitet, sollte eins immer beachten: Bei Störungen ist das Förderband abzuschalten und die Arbeiten sind vom sicheren Stand aus durchzuführen, z. B. von einer fest installierten Arbeitsbühne, mit Hilfe einer Hubarbeitsbühne oder von einem Gerüst. Bei regelmäßigen Tätigkeiten ist ein Arbeitspodest mit Zugang erforderlich.“

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BAUZ Zeitung Seite 5

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