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Hubseil reißt, Schlauch fällt aus 6m Höhe auf Mitarbeiter

Volltreffer im Rücken

Nach dem Schlag sackte Rudi zusammen und blieb oben auf dem Lkw liegen.
Nach dem Schlag sackte Rudi zusammen und blieb oben auf dem Lkw liegen.

A./Rheinland-Pfalz. „Der Schlag kam völlig unerwartet und war brutal. Ich rang nach Luft. Meine Lungen schwer wie Blei. Ich stürzte auf den Lkw und blieb liegen.“ Rudi C. (33), Mitarbeiter eines Saugfahrzeuges, wird den Moment nicht vergessen, als ihn die Eisenkupplung eines herabsausenden Schlauches traf.

Rudi ist mit zwei Kollegen für die Bekiesung von Flachdächern zuständig. Dazu werden Schlauchleitungen von dem am Boden stehenden Fahrzeug bis auf die Höhe des Daches geführt. Dort wird der Kies aufgeblasen oder abgesaugt. Am Tag des Unfalls befand sich Rudi auf dem Saugfahrzeug, um den Schlauch zu führen. Beide Kollegen waren auf dem Dach, um die Seilwinde zu bedienen. Dann ging beim Hochhieven des Saugschlauches etwas schief. Das Stahlseil, an dem der Saugschlauch angebracht war, riss. Der Schlauch fiel aus 6 m Höhe nach unten. Rudi wurde mit voller Wucht am Rücken getroffen und erlitt schwerste Prellungen.

Dieser Schlauch mit Eisenkupplung traf Rudi mit voller Wucht im Rücken.
Dieser Schlauch mit Eisenkupplung traf Rudi mit voller Wucht im Rücken.
Oben ist das Dach des Hauses zu sehen,­ auf das der Schlauch gezogen  werden sollte. Unten steht der Lkw.
Oben ist das Dach des Hauses zu sehen,­ auf das der Schlauch gezogen werden sollte. Unten steht der Lkw.

Hubseil war überlastet
Die Sicherheitsfachkraft erläutert die Hintergründe: „Die für das Hochziehen eingesetzte Hubwinde ist standardmäßig mit einem Stahlseil ausgerüstet. Der Seildurchmesser beträgt normalerweise 4,5mm. In diesem Fall war ein zu dünnes Seil mit 3,5mm auf die Trommel aufgespult worden. Das ist für die Mitarbeiter kaum zu erkennen. Die Belastungsgrenze war irgendwann überschritten, sodass das Seil schließlich riss. Die Rutschkupplung in der Hubwinde konnte die Überlastung aufgrund des geringen Seildurchmessers  nicht ausgleichen. Bei der Instandsetzung der Winde hätten nur originale oder gleichwertige Teile verwendet werden dürfen. Die Winde muss nach dem Aufziehen des Stahlseiles durch eine befähigte Person geprüft werden.“

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BAUZ Zeitung Seite 11

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