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Betonwerker von abstürzender Last schwer getroffen

Es regnet 35 Tonnen

Blick von oben auf den Hallenbereich, in dem Paul getroffen und schwer verletzt wurde.
Blick von oben auf den Hallenbereich, in dem Paul getroffen und schwer verletzt wurde.

K./Baden-Württemberg. Betonwerker Paul K. (55) hat das Unfassbare erlebt. Noch heute verfolgen ihn die Bilder von seinem Unfall. „Ich habe seitdem nie mehr eine Werks­halle mit Lastkran betreten“, sagt er mit fester Stimme. 

Wie aus einem Horrorfilm
Paul wollte zu seinem Arbeitsplatz. Dazu musste er durch die Werkshalle gehen. In der Mitte befand sich ein Zweiträgerbrückenkran im Ein­
satz. Kranfahrer Miran T. (37) hatte soeben eine Stahlschalung einschließlich des darin gefertigten Spezial­betonrohres angehoben. Und zwar aus dem unter Flur bef­indlichen Fertigungsschacht. Gesamtgewicht ca. 35 Tonnen. Der Koloss schwebte ein paar Meter in der Höhe. Währenddessen befand sich Paul gut gelaunt unterhalb des Krans. Und dann löste sich plötzlich ein Seilende des Hubseils von einer der beiden Seiltrommeln. Die am Haken hängende Stahlschalung sauste mit voller Wucht herab. Das Hub-seilende und die zerstörte Seilführung folgten direkt danach. Paul wurde dreimal nacheinander schwer getroffen und verletzt. Blutete stark. Ein Bild wie aus einem Horrorfilm!

Dieser Kranhaken stürzte mit voller Wucht herunter. Zu sehen sind außerdem die zerstörten Teile der Seilführung.
Dieser Kranhaken stürzte mit voller Wucht herunter. Zu sehen sind außerdem die zerstörten Teile der Seilführung.

Keine Chance für Paul
Die Untersuchung des Unfalls ergab, dass an der Seilwinde die Verbindung zwischen Antriebswelle und Seiltrommelkörper gebrochen war. Durch die angehobene Last wickelte sich das Hubseil auf der defekten Seiltrommel einschließlich der Sicherheitswindungen ab. Die Seilklemme am Seilende wurde herausgerissen und dabei die Seilführung zerstört. Paul hatte keine Chance.

„Herr K. hatte mit den Kranarbeiten nichts zu tun“, so der Werksleiter. „Er wollte nur zu seinem Arbeitsplatz und musste dafür zwangsweise den Zweiträgerbrückenkran im Mittelbereich der Halle unterqueren. Der Unfall zeigt, wie sehr man aufpassen muss, auch wenn man als Unbeteiligter in die Nähe gehobener Lasten kommt. Der Gefahrbereich kann sehr viel größer sein als vermutet.“

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BAUZ Zeitung Seite 11

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.